Hands-On: Durch die Lamelle

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Rollladen, Raffstore oder Textilscreen? Beim Thema Sonnenschutz entscheiden viele Faktoren darüber, welcher Typ sich am ehesten für das jeweilige Projekt eignet. Was, wenn man die besten Eigenschaften in einem Produkt vereint findet? ROMA ist das gelungen. Mit der Comfort & Design Lamelle, kurz ROMA CDL, wird eine geschlossene, flächige Optik mit den Sonnenschutz- und Lichtlenkungsfunktionen von Raffstoren kombiniert. Eine Idee, die Potenzial hat, wie uns drei Stuttgarter Architekten bei einem Bürobesuch bestätigen.

Steimle Architekten, Stuttgart Mitte
Gerade steigt die Frühlingssonne über die Dächer Stuttgarts, als Thomas Heintz, Produktmanager bei ROMA, ein Muster der neuen Comfort & Design Lamelle auf den Tisch hebt. Thomas Steimle hat uns an diesem Morgen in sein Architekturbüro eingeladen, um den neuen Sonnenschutz des bayrischen Herstellers kennenzulernen. Heintz erklärt die Unterschiede gegenüber bisherigen Raffstoren: Es entstehe ein ganz neues Schließverhalten, denn anstelle einer üblicherweise mittigen Anordnung der Lamellenbolzung liegt diese hier exzentrisch. Jede Lamelle legt sich weit überlappend, bündig auf die nächste. Charakteristisch ist ihre flache, geradlinige Form. Zudem rückt die Stanzung für das Aufzugsband von der Mitte an den Rand, sodass sich ein geschlossenes, wirklich dichtes Bild ergibt.

„Gut für Schlafempfindliche“, meint Steimle. „Normalerweise kommt bei Raffstoren immer etwas Licht durch.“ In Kombination mit der optionalen Lichtspaltabdeckung, einem Vierkantprofil das seitlich an der Führungsschiene angebracht ist, sind Einblicke dabei gänzlich und Lichteinfall nahezu vollkommen ausgeschlossen. Gleichzeitig lässt sich der Lichteinfall wie bei jedem Lamellensystem individuell steuern. Bei starkem Wind beweist der Raffstore Stabilität. Dank stabiler Führung der Lamellenbolzen und eines speziellen Laufwagens in den Schienen erreicht die CDL die Windstabilität eines windstabilen Raffstores, und das sogar ohne zusätzliche windsichernde Maßnahmen. „Das gefällt mir, wenn alles satt in der Schiene sitzt und man nicht so ein Geklapper hat“, sagt Thomas Steimle und hofft, dass er den Sonnenschutz bald bei einem seiner Projekte einsetzen kann.

Patrik Yves Lee betrachtet die Details, Foto: Anikka Bauer

Architekten Lee+Mir, Stuttgart Vogelsang
In einem Hinterhof im Stadtteil Vogelsang betreibt Patrik Yves Lee seit 2004 gemeinsam mit Marc Mir das Büro Lee+Mir. Ihre Projekte sind überwiegend weiß und tragen Namen wie Villa Hollywood oder Poleposition. Entsprechend luxuriös sind die Gebäude – und doch: „Egal welche Häuser wir gebaut haben, am Ende geht es immer auch um die Kosten“, scherzt Lee. Kein Bauherr habe bisher gesagt „Macht mal!“. Wie also lässt sich ROMA CDL preislich einordnen? Friedemann Auer, Leiter der Architektenberatung bei ROMA, meint: Die neue CDL liegt im Preis nur geringfügig über den herkömmlichen Raffstore-Modellen aus Burgau in Bayern. Patrik Yves Lee stört sich ein wenig an den Umlenkbändern, die ihm etwas zu lose erscheinen. Tatsächlich aber lassen diese sich nicht vermeiden, wünscht man eine flexible Beweglichkeit der Lamellen. Dank einer Farbauswahl bei den Bändern aber treten sie in der richtigen Farbkombination dezent zurück.

Eine weitere interessante Funktion ist die integrierte Hochschiebehemmung in der neuen Endleiste. Keile, die sich bei Entlastung in der Führungsschiene der Endleiste verspreizen, verhindern ein Anheben des Behangs und erschweren somit ein Eindringen. Funktionalität und Design wurden übrigens unlängst mit dem Red Dot Award ausgezeichnet.

Die Comfort & Design Lamelle von Roma im Modell, Foto: Anikka Bauer

Kohler Grohe Architekten, Stuttgart Degerloch
Dritte Station ist das Architekturbüro Kohler Grohe im Ortsteil Degerloch im Stuttgarter Süden. Auch Martin Kohler fällt die neue Formensprache der CDL sofort auf. „Im Grunde haben wir den Raffstore neu konstruiert“, erklärt Thomas Heintz. Ob der neue Raffstore gemeinsam mit Architekten entwickelt wurde, möchte Kohler wissen. „Gestaltet wurde die Comfort & Design Lamelle allein inhouse, aber in Zusammenarbeit mit der Architektenberatung“, so der Produktmanager – und die stehe ja in ständigem Austausch über Planungsfragen und Problemstellungen.

Angeboten wird der Raffstore bis zu einem Format von vier mal viereinhalb Metern. Gibt es denn ein Doppelprofil, mit dem sich angrenzende Schienen möglichst kompakt verbauen lassen? Dieser Frage entgegnen Heintz und Auer heute noch mit nein. Zum Produktionsstart sind die Doppelführungsschienen noch nicht verfügbar, werden aber nachgereicht. „Ab wann gibt es die neue Lamelle denn“, möchte Martin Kohler wissen, denn er hat schon ein Objekt im Sinn, bei dem er die Comfort & Design Lamelle gerne einsetzen würde. Wir sind ab sofort lieferfähig, versichert Friedemann Auer. Kohler zum Abschluss: „Ihren Ansatz finde ich eine gute Idee, Sie haben damit einige unserer Probleme bedient.“ Langsam senkt sich die Sonne, deren Licht und Wärme uns zu dieser Jahreszeit noch herzlich willkommen ist.

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