Hands-On: Eindruck zum Ausdrucken

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Wie wäre es, wenn man für verschiedene Interiorprojekte jeweils individuelle Tapeten bedrucken könnte? Textilien oder Fensterfolien? Was, wenn sich Druckprodukte ohne Trocknungszeiten sofort weiterverarbeiten ließen? Mit einem Latexdrucker von HP ist das kein Problem. In Stuttgart erfahren wir, wie das Druckverfahren funktioniert – zu Besuch bei drei sehr verschiedenen Architekturbüros.

Stuttgarter Norden I
Das Atelier Brückner steht für Ausstellungskonzepte, Markeninszenierungen und Architekturen in regionalen wie internationalen Projekten von der Schweiz über den Libanon bis nach Saudi-Arabien. Derzeitiges Highlight ist die Planung für das Große Ägyptische Museum in Gizeh. Zum Thema Papier und Druckprodukt hat man bei Atelier Brückner einen besonderen Bezug. Eine Bibliothek samt eigener Bibliothekarin hält die Mitarbeiter dazu an, sich nicht nur online zu informieren. Das ganze Büro verfügt über bewegliche Wände, an denen Ausdrucke im Klein- und Großformat hängen. „Uns geht es darum, Raumgrafik im Maßstab 1:1 zu sehen und die Lesbarkeit von Schrift zu prüfen“, berichtet Eva-Maria Heinrich, Kreativleiterin der Grafikabteilung bei Brückner. So haben die Drucke oft eine Lebensdauer von wenigen Monaten und manchmal nur von zehn Minuten. Ist ein Projekt abgeschlossen, wird – abgesehen von den Modellen – ausschließlich digital archiviert. Trotzdem möchten sie den bestehenden Großformatdrucker – einen HP DesignJet – nicht missen.

Die technische Neuerung von HP dürfte damit vor allem bei der Projektausführung interessant sein. Neben der Weiterentwicklung von bewegten Druckköpfen zu ganzen Druckleisten, die über die gesamte Rollenbreite verlaufen und damit deutlich kürzere Druckzeiten ermöglichen, liegt der Fortschritt in der Tinte. Die nach wie vor wasserbasierte Farbe ist mit winzigen Latexpartikeln versetzt, die eine längere Haltbarkeit und bessere Brillanz erzielen. Daneben sorgt ein weiterer Zusatz für höhere Kratzfestigkeit. Bei der Museumsgestaltung ließen sich damit beispielsweise beanspruchte Oberflächen, Wände, Textilien oder Folien bedrucken. „Die finale Umsetzung der Raumgrafik übernimmt für uns die Druckproduktion“, erklärt Eva-Maria Heinrich. „Aber es ist gut zu wissen, welche Möglichkeiten sich dadurch für unsere Projekte ergeben.“

Ernst Ulrich Tillmanns und Angelika Selg, Foto: Annette Kuhls

Stuttgarter Norden II
Wenige Gehminuten entfernt empfängt uns Ernst Ulrich Tillmanns, einer der vier Gründer von 4a Architekten. „Der Drucker ist für uns ein unverzichtbarer Mitarbeiter“, meint er, „ohne ihn geht gar nichts.“ Im Alltag verwenden Tillmanns und seine Kollegen einen Großformatdrucker, mit dem man gleichzeitig scannen kann. Auch das ist mit den Geräten von HP möglich. Über eine Schnittstelle lassen sich Pläne vektorisieren und anschließend sogar mobil auf dem iPad betrachten, mit Notizen versehen oder ausschnittsweise ausdrucken. Erstaunt ist Tillmanns hinsichtlich der erzielbaren Druckgeschwindigkeit: Bis zu 30 DIN-A1-Formate realisiert der neueste etwa einen Meter breite, feststehende Druckkopf pro Minute – flächig!

Angelika Selg, Marketing Managerin bei HP, zeigt die möglichen Anwendungsbereiche eines HP Latexdruckers und erläutert einen wichtigen Vorteil der Latextinte: „Die Tinte ist wasserlöslich und nicht mit Lösemitteln versetzt. Damit ist sie etwa in sonst kritischen Bereichen wie Krankenhäusern geeignet.“ Kinderstationen ließen sich beispielsweise mit kindergerechten Wandmotiven inszenieren. Aber auch in Hotels, Restaurants und Ladenbereichen liefert der Latexdruck eine große Gestaltungsvielfalt. Weiches Kunstleder, selbst Bodenbeläge können bedruckt werden, zum Beispiel mit realistischen Stein- oder Holzmotiven. „Sichtbeton können wir gut“, scherzt Ernst Ulrich Tillmanns mit Blick auf Referenzen, die mithilfe des Verfahrens umgesetzt wurden. „Da brauche ich keinen Drucker. Aber wenn es einen richtigen Mehrwert hat, ist es für uns schon interessant.“ So wären bedruckte Fensterfolien im Spa-Bereich sicherlich denkbar.

Falko Kühnel und Henning Ehrhardt, Foto: Annette Kuhls

Stuttgarter Westen
Zuletzt besuchen wir mit HP ein deutlich kleineres Architekturbüro im Westen der Stadt. Bottega + Ehrhardt werden häufig mit Umbauprojekten beauftragt. Zu ihrem Spektrum gehören Einfamilienhäuser, Shops, Agenturen, aber auch Messestände. Sieht man sich im Büro nach einem Großformatdrucker um, wird man hier nicht fündig. „Wir haben uns von Anfang an gegen einen Plotter entschieden“, erklärt Henning Ehrhardt, Büropartner neben Giorgio Bottega. Zu unbedacht gingen die Leute ihrer Erfahrung nach mit dem Medium Papier um, drucken einmal, drucken nochmal. Was wirklich in groß benötigt wird, wird vom Druckdienstleister gedruckt.

Dass neue Druckverfahren auch hier Interesse wecken, liegt nicht zuletzt an der Lebensdauer der Drucke. Die besondere Pigmentierung der Tinten macht die Farben extrem lichtecht und bis zu 200 Jahre dauerhaft brillant. Hinsichtlich der Zahl an Gestaltungsoptionen sind die Architekten überzeugt, solange „der Druck nicht nur etwas Dekoratives bleibt“, so Henning Ehrhardt, sondern sich durch die Anwendung der Technologie ein echter Pluspunkt ergibt. „Man sollte damit jedenfalls keine Oberflächen imitieren“, meint Falko Kühnel, Architekt bei Bottega + Ehrhardt, dabei verstecke sich der Druck hinter dem realistischen Motiv. „Sinnvoller wäre es ja, Motive zu verwirklichen, bei denen klar ist, dass sie gedruckt sind.“ Seitens des Latexverfahrens steht dem nichts im Weg: Vom Sonnenschutz bis zum Kissenbezug lassen sich ganze Interiors drucken. Dass HP mithilfe seiner enormen Medienbandbreite in die Architektur findet, steht damit außer Frage.

Exklusive Interviews mit Newcomern und internationalen Stars der Design- und Architekturwelt.