Hands-On: Yuno von Wiesner-Hager

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Ein Tisch, der überzeugt: Ob für Konferenzen, Seminare oder in Großräumen mit variablen Arbeitssituationen – dieser Stapeltisch hat es in sich. Anstelle eines umständlichen Klappmechanismus wird Yuno von Wiesner-Hager im Ganzen gestapelt. Dafür ragen seine Beine über die seitlichen Tischkanten hinaus, sind A-förmig ausgestellt und so positioniert, dass sich Tisch für Tisch bündig aneinanderreihen lässt. Unter den Fußen verbergen sich kleine Rollen für spielend leichtes Bewegen. In Stuttgart hat der österreichische Büromöbelhersteller seinen neues Produkt drei Architektenteams vorgestellt. Wir haben ihn dabei begleitet und die Stimmen der Planer eingesammelt.

Steimle Architekten

Christine Steimle: Schon im Vorfeld war ich sehr gespannt auf Yuno von Wiesner-Hager, da ich diese A-förmigen Tischbeine sehr elegant finde. Und jetzt, wo ich ihn hier vor mir sehe, muss ich sagen, dass meine Erwartungen nicht enttäuscht wurden. Der Tisch hat als Ganzes ein sehr ansprechendes, schlichtes und zugleich markantes Design. Ich würde ihn allerdings Ton in Ton bevorzugen. So wirkt er noch ein wenig edler. Wichtig ist, dass die notwendigen Abstandshalter und auch die Verkettungselemente unauffällig integriert sind. Das dürfte über die Farbe am einfachsten zu lösen sein. Bei einem weißen Tisch sollten also auch diese Teile in Weiß gewählt werden können.

Ich sehe den Tisch vor allem in Räumen, die schnell und ohne großen Aufwand ummöbliert werden sollen. Wir planen zurzeit das Rathaus in Remchingen samt Ratssaal, Besprechungs- und Konferenzräumen. Hier kann ich mir Yuno sehr gut drin vorstellen, da der Tisch clevere Lösungen anbietet. Ich finde es gut, dass man ihn wahlweise als lange Tischreihe aneinanderstellen kann. Oder ihn eben mit einer Fuge nebeneinanderstellt. Diese Möglichkeit finde ich am spannendsten, da die Gestelle deckungsgleich angeordnet sind und dadurch sehr schlank anmuten. Yuno könnte ich mir auch gut bei uns im Büro vorstellen. Wenn Sie mögen, können Sie ihn gleich hier stehenlassen.

Yuno, Foto: © Wiesner-Hager

Wittfoht Architekten
Elena Golub, Architektin: Ich muss offen eingestehen, dass mir Wiesner-Hager vor dem heutigen Termin kein Begriff war. Umso gespannter war ich drauf, den Hersteller in dieser Form kennenzulernen. Wir lassen Möbel grundsätzlich bemustern, um uns ein fundiertes Bild von Proportion und Qualität machen zu können – so auch während größerer Projekte wie für die WTO in Genf oder Karl Köhler in Besigheim, bei denen wir die gesamte Innenraumplanung übernommen haben. Yuno empfinde ich als einen sehr gut durchdachten, schlichten Tisch mit überzeugender Funktion.

Thomas Kindsvater, assoziierter Architekt: Optisch gefällt mir der Tisch sehr gut. Je länger er ist, desto eleganter wirkt er. Durch die Rollen in den Füßen lässt er sich ohne großen Aufwand von einer Person bewegen. Auch das Stapeln mit der Stapelhilfe ist allein zu bewerkstelligen. Es scheint so, als sei der Tisch gewissermaßen fingerfreundlich, man kann sich also nicht so schnell in einem unachtsamen Moment die Finger einklemmen. Diese Gefahr ist ein übliches Manko von Klapptischen. Das Einzige, was ich mir schöner vorstellen kann, sind die Verkettungselemente. Sie könnten mehr eingerückt und somit unsichtbarer sein. Aber das ist Kritisieren auf sehr hohem Niveau.

h4a Architekten
Kirsten Burgbacher-Christ, Architektin: Wir sind mit der Thematik des Klapp- oder in diesem Fall des Stapeltisches durchaus vertraut, da wir recht viele Schulen und Bürogebäude bauen – teilweise mit Mensen und auch mit Seminarräumen. In beide Raumtypen passt Yuno von Wiesner-Hager sehr gut. Da wir Wiesner-Hager bisher noch nicht kannten, haben wir uns im Vorfeld ein wenig über den Tisch schlau gemacht und waren sehr neugierig auf die Funktionsweise. Unsere Erwartungen haben sich erfüllt: Sowohl das Stapeln als auch das Reihen und Verketten sind problemlos möglich – und das auch für nur eine Person.

Claudia Schwerdfeger, Projektleitende Architektin: Optisch gefällt uns der Tisch sehr gut, auch wenn hier und da kleine Details hätten anders gelöst werden können. Das Design ist sehr klar und geradlinig. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich der Tisch wirken kann. Mit verchromten Beinen sieht er ganz anders aus als zum Beispiel anthrazitfarben pulverbeschichtet. Ton in Ton wirkt er sehr monolithisch und schlicht. Auch wenn sich der Tisch sehr gut fugenlos in Reihe stellen lässt, gefällt uns die Option mit dem Überlappen der Tischbeine und der resultierenden Fuge zwischen den Tischen am besten. Für uns stellt Yuno jedenfalls künftig eine willkommene Alternative dar, wenn Stapeltische gefordert sind.

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