Karin Zumtobel und der Zumtobel Group Award

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Text: Stephan Burkoff

Der Zumtobel Group Award widmet sich Projekten, die sich auf innovative Weise um Humanität und Nachhaltigkeit im gebauten Raum konzentrieren. In den Kategorien Buildings, Urban Developments & Initiatives, Applied Innovations und Young Professionals werden seit 2007 herausragende Leistungen und Konzepte von einer internationalen Jury identifiziert und mit einem Preisgeld von über 150.000 Euro ausgezeichnet. Wir trafen Karin Zumtobel anlässlich der Light + Building 2018 in Frankfurt, wo alle Preisträger versammelt waren.

Frau Zumtobel, welche Bedeutung hat der Zumtobel Group Award für das Unternehmen? Eine große. Es ist natürlich auch ein Investment. Nicht nur finanziell, auch zeitlich und emotional. Aber wir sehen es als Notwendigkeit an, uns für gute Architektur, die Umwelt und den Menschen zu engagieren. Wir wollten nicht nur einen weiteren Award schaffen, der Architektur auszeichnet, sondern auch soziale, gesellschaftliche und ökologische Aspekte berücksichtigen.

Was zeichnet den Award aus? Der Group Award ist jetzt zehn Jahre als, es ist unser fünfter. Es war uns von Anfang an wichtig, dass dieser Award unabhängig ist. Er heißt zwar Zumtobel Group Award, aber mit unseren Partnern von Aedes und ihrem Fachwissen und Netzwerk stellen wir sicher, dass es wirklich um Architektur als Kunstform geht.

Wie hat sich der Award in den vergangenen zehn Jahren entwickelt? Er war zunächst sehr viel kleiner und beinhaltete nur zwei Kategorien, nämlich das Gebäude selber und dann den urbanen Raum. Über die Jahre haben wir es dann erweitert, auch um den Entwicklungen unserer Welt Rechnung zu tragen. Deshalb kam als drittes die Technologie, also angewandte Innovationen hinzu. Und als letztes die Young Professionals.

Warum widmen Sie sich explizit dem Nachwuchs? Wenn man sich umschaut, muss man einsehen, dass Architektur eigentlich kein Beruf ist, schon eher eine Lebensaufgabe. So kommt es auch, dass Architekten häufig erst sehr spät in ihrem Berufsleben erfolgreich sind. Mit dem Award für Young Professionals möchten wir die jungen Architekten auf ihrem Weg unterstützen.

Welche Erkenntnisse fließen aus dem Award in das Unternehmen Zumtobel? Vor allem viel Inspiration. Wir erhalten Einsendungen aus über 40 Ländern, fast 350 an der Zahl. Da entstehen viele spannende Momente. Für Zumtobel ist der Architekt natürlich schon immer ein wichtiger Partner. Im Sinne davon, dass wir möglichst früh in Projekte mit einsteigen können um ihm zu helfen seine Visionen zu realisieren. Der Architekt fordert uns, geht an Grenzen, treibt Innovationen voran. Architektur und Licht gehen für uns immer zusammen. Innen und außen. Der Award knüpft für uns auch dahingehend neue Netzwerke.

Welche Rolle spielen Kunst und Kultur für Zumtobel? Wir haben schon über den Architekten gesprochen, aber die Grenzen sind heute fließend. Es gibt viele Künstler, die sich mit Licht beschäftigen, damit, wie Licht Räume verändern kann, Stimmungen verändern kann. Insofern ist das Interesse an Kunst und Kultur für uns eine logische Konsequenz. Es inspiriert und fordert uns heraus und wir suchen diesen Dialog ganz bewusst.

Glauben Sie, Architektur kann die Welt verändern? Nein, das denke ich nicht. Aber Architektur hat eine Verantwortung. Kjetil Trædal Thorsen von Snøhetta, der Vorsitzende unserer Jury hat gesagt, Architektur darf kein Monument sein. Es ist ein Platz an dem Menschen leben. Und ich glaube schon, dass Architektur einen wertvollen Beitrag dazu leisten kann, wie wir in unserer Welt leben.

Die aktuellen Preisträger des Zumtobel Group Awards und ihr Projekte finden Sie in der Bildergalerie.

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