Thilo C. Pahl

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Text: Katharina Horstmann


Stahl, Glas und Wasser: Daraus ist Bette gemacht. Der 1952 von Heinrich Bette und seinem Schwiegersohn Günther Schlichtherle gegründete Spezialist für Bade- und Duschwannen aus Stahl/Email entwickelte sich von einem landwirtschaftsorientierten Kesselbaubetrieb zu einem der innovativsten deutschen Badherstellern. Wir sprachen am Firmensitz im ostwestfälischen Delbrück mit dem neuen geschäftsführenden Gesellschafter Thilo C. Pahl über 60 Jahre Firmengeschichte, Sonnenenergie und den Wandel der ehemaligen Nasszelle.

 
 
Herr Pahl, Bette feiert in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag. Was macht den Erfolg des Unternehmens aus?
 
Bette ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen. Bei uns arbeiten sehr motivierte, hochqualifizierte Mitarbeiter, die eine Leidenschaft eint: Stahl/Email. Es ist unser Bestreben, mit den Produkten vor der Wand in den Bereichen Baden, Duschen und Waschen immer wieder neue Maßstäbe zu setzen und neue Möglichkeiten der Badarchitektur zu schaffen. Um den Erfolg von Bette auch in der Zukunft zu sichern und auszubauen, werden wir weiter versuchen, unsere Partner in Handel und Handwerk sowie in der Architektur und Planung mit unseren Ideen, unserer Qualität und unserem Service zu überzeugen.
 
Was fasziniert Sie so sehr an Stahl/Email?     
 
Stahl und Email, beide Werkstoffe faszinieren uns gleichermaßen. Stahl steht für Stabilität und Langlebigkeit. Wir haben gelernt, ihn so zu verformen, dass wir im Design Maßstäbe setzen. Email ist ein Glas und steht für Brillanz, Haltbarkeit und Hygiene. Stahl/Email ist die Kombination aus zwei hochwertigen Materialien zu einem einzigartigen Verbundwerkstoff, darin liegt unsere Faszination.
 
Stahl/Email ist ja zu 100 Prozent recyclebar. Tun Sie außerdem etwas zum Thema Nachhaltigkeit?
 
Wir gehen in unserer Produktion sehr sorgfältig mit den benötigten Rohstoffen und der eingesetzten Energie um. So können wir beispielsweise mit unserer Photovoltaikanlage und zwei Blockheizkraftwerken 75 Prozent unseres Strombedarfs aus eigenen Mitteln decken – vorausgesetzt, die Sonne scheint. Außerdem verfügen wir seit einigen Jahren über ein intelligentes Energiemanagementsystem. In unseren Fertigungsprozessen integrieren wir überall dort, wo es möglich ist, Kreisläufe, um die Rohstoffe aufzubereiten und wiederzuverwerten.
 
Jedes Unternehmen muss Herausforderungen bewältigen. Was war Bettes größte Herausforderung? 
 
Die größte Herausforderung bestand sicherlich darin, die Stahlwanne zu einem Designobjekt weiter zu entwickeln. Der Schlüssel hierzu war und ist unsere selbstentwickelte Umformtechnik und unser eigenes Emaillierverfahren.
 
60 Jahre Firmengeschichte: In dieser Zeit entwickelte sich das Badezimmer von einer Nasszelle zum Wohnraum. Wie haben sich die Ansprüche an das Bad in den letzten Jahren geändert?
 
Das Badezimmer ist sehr viel stärker ins Zentrum des Wohnens gerückt. War das Badezimmer vor einigen Jahren noch häufig in einem kleinen Raum, an einem unscheinbaren Ort in den Häusern und Wohnungen untergebracht, so ist es heute oft großzügig geschnitten und lichtdurchflutet. Im privaten Wohnbereich verschmilzt dann auch in der Tat das Badezimmer immer häufiger mit dem Schlafraum.
 
Und bei Bette?
 
Unsere Leidenschaft zum Werkstoff Stahl/Email treibt uns an, innovative Produkte für das Badezimmer zu entwickeln. Im Jahr 2006 haben wir beispielsweise als erster Hersteller eine bodenebene Duschfläche aus Stahl/Email präsentiert. Seit 2009 sind wir nun auch mit unseren Waschtischen im Badezimmer vertreten. Mit der Serie BETTEONE gibt es nun erstmals eine Serie für die Kernbereiche im Badezimmer: Baden, Duschen und Waschen, aus einem Material, in einem Design und einer Oberfläche.
 
Welche Trends beobachten Sie allgemein im Baddesign?
 
In den letzten Jahren war ein starker Trend zu großen und bodenebenen Duschplätzen zu beobachten. Die Formen waren, wie auch in der Architektur, geprägt von Geradlinigkeit und klaren Strukturen. Ich selbst bin der festen Überzeugung, dass die Badewanne wieder stärker in den Fokus des Badezimmers rücken wird. Auch wenn eine Badewanne seltener als eine Dusche genutzt wird, so sind die Momente der Nutzung so entspannend, dass diese niemand missen möchte. Darüber hinaus kann eine Badewanne im schönen Design maßgeblich zur Gestaltung des Badezimmers beitragen.
 
Wie sieht das Badezimmer der Zukunft aus?
 
Wir glauben, dass das WC immer häufiger in einen separaten Raum untergebracht werden wird. In den Badezimmern werden sich bodenebene Duschlösungen weiter durchsetzen und die Formensprache wird in den nächsten Jahren wieder etwas runder und harmonischer werden. Darüber hinaus wird die Gestaltung mit Licht maßgeblich zur Atmosphäre im Badezimmer beitragen und die Farbgebung von Boden, Wänden und Decke wird im Zentrum der Gestaltung stehen. Auch bei den Stahl/Email-Produkten wird das Thema Farbe, insbesondere bei den bodenebenen Duschanwendungen, eine bedeutende Rolle spielen. Wir sind auch hier in der Lage, mit unseren über 1.000 Farben fast jeden Kundenwunsch zu erfüllen.
 
Wer setzt diese Trends bei Ihnen um?
 
Wir haben eine eigene Entwicklungsabteilung und einen eigenen Werkzeugbau. Außerdem arbeiten wir mit namhaften Designern zusammen, die uns bei der Gestaltung der zukünftigen Produkte, beim Blick in die Zukunft unterstützen, beraten und leiten. Unsere Entwicklung prüft die Machbarkeit der mit den Designern abgestimmten Entwürfe, und die Fertigung setzt diese in Form und Farbe um. Einige durchaus erfolgreiche Produkte entstehen aber auch durch Ideen aus dem eigenen Hause komplett in Eigenregie.
 
Vielen Dank für das Gespräch.

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