bulthaup: Kulturfrage Küche

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Text: Tanja Pabelick
Foto: Nils Koenning, bulthaup

Partner: bulthaup

Die Küche zieht um – und zwar in den Wohnraum. In den letzten Jahren ist die Küche zum sozialen Lagerfeuer geworden. Hier versammelt man sich, um gemeinsam zu kochen und lange zusammenzusitzen. Kaum ein Hersteller versteht die Kultur der Küche so gut wie bulthaup, der sie mit seinen Lösungen schon immer zum Zentrum geselligen Beisammenseins gemacht hat. Wir trafen den Geschäftsführer Marc O. Eckert und Antonio Galera, einen langjährigen bulthaup-Partner und heute beratenden Mitarbeiter eines Showrooms in Madrid, um mit ihnen über Kultur, Markt und Praxis, Madrids kleinste bulthaup-Installation und vor allem die Küche als Spiegel der nationalen Identität zu sprechen.

Küche und Kultur gehören zusammen. Die deutsche Küchengeschichte ist eher eine nüchterne Erzählung, in der die Hausfrau allein in einer funktional eingerichteten Kammer zu festen Zeiten Speisen zubereitete. Herr Galera, wie erzählt sich diese Geschichte in Spanien? AG Die Entwicklungen und Tendenzen sind in Spanien sehr vielfältig. Der wichtigste Unterschied ist vielleicht: Der Tisch ist schon immer ein Teil der Küche gewesen. Außerdem ist in der Küche Unordnung erlaubt. Auf dem Tisch wurden also auch Dinge abgestellt. Er galt als Insel, an der gearbeitet wird, gegessen und geredet. Eine zugängliche und ergonomische Gestaltung spielte eine viel größere Rolle als in Deutschland. Deswegen haben übrigens Küchenschränke in Spanien oft Glastüren: So sind die Werkzeuge, die man für die Zubereitung benötigt, schnell zu finden.

Wo verläuft die Küchenkulturgrenze? MOE Die südeuropäischen Länder, aber auch die amerikanischen Länder, haben eine wesentlich offenere Kultur und die Haltung: „Ich fühle mich wohl, wenn meine Freunde sich wohlfühlen.“ Wenn wir an ein typisches Dinner unter Freunden in Spanien denken, dann denken wir an eine lange Tafel mit 20 Leuten, an Unordnung und ein letztes Glas Wein morgens um halb drei. Du siehst einen Moment voller Kraft, der durch die schöne Kommunikation an einem schönen Abend entsteht. In den mittel- und nordeuropäischen Ländern geht es traditionell etwas distanzierter zu.


Wenn die Küche zum Lebenszentrum wird: Wieviel Platz braucht sie? AG Die kleinste Küche, die wir mit dem Showroom in Madrid realisiert haben, war sieben Quadratmeter groß. Die Größe eines Raumes entscheidet nicht darüber, ob die Küche funktioniert. Ich sehe das so: Die Proportionen des Hauses passen sich den Menschen an. In kleinen Wohnungen lebt oft nur eine Person – und in kleinen Küchen kann man in Ergonomie und Funktion sehr gut auf die Anforderungen eines einzelnen Nutzers antworten.

80 Prozent der bulthaup-Küchen werden exportiert. Und mit ihnen ja auch das bulthaup-Leitbild vom Leben in der Küche. Welche Länder sind offen für offene Küchen? MOE Wir verkaufen 65 Prozent unserer Küchen in Europa, Europa ist nach wie vor unser wichtigster Absatzmarkt. Aber in letzter Zeit gibt es eine merkliche Verschiebung in Richtung USA, Südamerika und Asien. Vor allem in China wird bulthaup immer beliebter. Ich glaube, dass uns diese Länder am besten verstehen, bei denen es nicht so sehr um das Zeigen geht. Es wird ja oft behauptet: Die Küche ist das neue Luxusgut. Aber bulthaup versteht die Küche nicht als Schrank gewordenes Luxusgut oder Statussymbol, sondern wir sehen in ihr vor allem einen Ort der Kommunikation und des Miteinanders. Das hat Antonio Galera ja gerade schön beschrieben: Der Tisch wird zum Vehikel für gute Gespräche und schöne Momente. In all den Ländern, wo Essen und soziale Dynamik zwingend zusammengehören und die Küche deshalb der wichtigste Ort ist, sind wir mit unserer Philosophie der traditionellen Kultur am nächsten. Und da ist Spanien Vorreiter. Hier verbindet man eine Genusskultur, aber auch eine Lebenseinstellung mit bulthaup und nicht nur ein Möbel. Es geht nicht ums Objekt, sondern um das Subjekt, den Menschen.


Dann entscheiden sich die Menschen wegen ihrer inneren Werte für eine bulthaup-Küche? AG Die Haltung der Menschen, die Zugang zu uns finden, trifft sich mit unserer DNA und unseren Innovationen. Menschen, die in ein bulthaup-Geschäft gehen, suchen nach mehr. Sie verbinden etwas mit dieser Marke, das tiefer geht, aufrichtig und ehrlich ist und dem Menschen mehr mitgibt, als nur ein möblierter Raum. Die Menschen, die mit bulthaup leben, verbindet eine Lebenseinstellung – und umgekehrt: Weil sie diese Einstellung haben, wählen sie eine bulthaup-Küche.

Herr Galera, mit welcher Haltung kommen die Kunden dann in den Showroom? AG Es gibt die intuitiven Kunden, die sich durch das hereinziehen lassen, was sie durch das Fenster sehen. Die Showrooms sehen in jedem Land anders aus und wir gehen bei der Gestaltung auch auf die jeweilige lokale Kultur ein. Es gibt aber auch Kunden, die bulthaup kennen und ganz bewusst kommen: Ein Drittel der Kunden in Madrid sind quasi Wiederholungstäter. Qualität und Geschichte haben sie genauso überzeugt wie der Service des Händlers von der Planung bis zum Alltag. Der Service spielt bei meiner Arbeit übrigens eine wichtige Rolle. Der Immobilienmarkt in Madrid ist seit ein paar Jahren in Bewegung. Es passiert immer öfter, dass jemand ein Haus kauft und mit dem Haus eine bulthaup-Küche. Dann werden wir gerufen, um vielleicht ein paar Scharniere auszutauschen. Das ist doch großartig: Die Küche ist zwar vielleicht schon 20 Jahre alt, aber so gestaltet, dass sie immer noch funktionstüchtig und auch der Stil noch immer zeitgemäß ist. Man repariert ein paar Kleinigkeiten und das war's.

Herr Galera, Sie arbeiten seit 23 Jahren mit bulthaup zusammen. Was macht den Charakter von bulthaup für sie aus? AG Was mich von Anfang an an der Marke bulthaup fasziniert hat, ist die klare Denkweise. Als ich mich für bulthaup entschieden habe, haben andere Hersteller beispielsweise versucht, Herstellungsprozesse zu optimieren, um MDF-Platten optimal auszunutzen oder wenig Abschnitt zu haben. bulthaup hat als einziger über ein System gesprochen und ein Raster konzipiert, mit dem man alles realisieren kann – in großen wie in kleinen Küchen. Es geht um den Raum und um den Menschen. Und durch den visionären Ansatz auch um die Zukunft.

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