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Polstermöbel sind eigentlich so konstruiert, dass der weiche Schaumstoff auf einem hölzernen Gestell aufliegt und von einem Textil kaschiert und in Form gehalten wird. Die Gestalterin Dafi Reis Doron will mit ihren experimentellen Möbeln neue Wege zum weichem Sitzen finden. Das Gerüst und das Polster gehen eine Symbiose ein, indem ein Schaummaterial in die Zwischenräume eines feingliedrigen Holzskelettes gespritzt wird, wo es sich – noch flüssig – ausdehnt und verfestigt. Es verbindet sich mit den Holzteilen und lässt die Sitzfläche, aber auch das Möbel an sich flexibel bleiben. Die Standfestigkeit leidet darunter nicht. Ein gewisser Wackelfaktor ist Teil des Konzeptes und fühlt sich nach kurzer Gewöhnungsphase ganz selbstverständlich und vor allem sehr bequem an. Dadurch, dass der Stuhl formal vor allem auf funktionale Anforderungen reagiert, ergibt sich auch eine ganz individuelle Erscheinung.

Eine Variante sind Hocker aus Leder und Holz, die den grundlegenden Gedanken weiterspinnen. Nachgiebig ist hier die Tierhaut, die zwischen Schichten aus Holz verklebt und verpresst wird. Daraus wird die endgültige Form mit einer CNC-Fräse Schicht für Schicht freigelegt – und dabei kommt neben der überraschend bequemen Sitzfläche auch ein der organischen Form folgendes grafisches Muster zum Vorschein. tp
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