Forgotten Collection

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01.03.2017

Ahnenforschung
Annika Unger und Anja Lapatsch haben sich im Materialarchiv verschiedener Kulturen umgesehen und dort Vergessenes entdeckt, das eine Reaktivierung verdient. Birkenpech wird, so mutmaßen die Historiker, schon seit ungefähr 220.000 Jahren durch den Menschen genutzt. Das schwarze Destillat wird aus der Baumrinde extrahiert und eignet sich aufgrund seiner teerartigen Konsistenz als Klebstoff und Modelliermasse. Schellack ist das asiatische Pendant, besteht aus Ausscheidungen der Lackschildlaus und wird aus den Bäumen gewonnen, die von den Läusen frequentiert werden. Mit Bambuskohle verrührt, kann der Harz erhitzt und wie ein natürlicher Thermoplast verformt werden. Diese Rohstoffe der vorindustriellen Gesellschaft haben die beiden Gestalterinnen in ihrer Diplomarbeit an der UdK Berlin verwendet, um mit ihnen eine Möbel- und Accessoirekollektion zu entwerfen. Dabei sehen sie die von ihnen erzeugten Formen aber auch als Übergangszustand für die weitere Transformation: Wenn die Objekte nicht mehr gefallen, können sie in einem Break and Remake-Prozess problemlos zu etwas anderem umgestaltet werden.tp

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