Guilt.less

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Fast Fashion als Ressource
Die Bekleidungsindustrie hat dunkle Seiten, die in den letzten Jahren immer wieder für Skandale gesorgt haben. Die Mitarbeiter arbeiten in Doppelschichten unter schlechten Bedingungen, kommen mit giftigen Substanzen in Berührung. Kaum Instand gehaltene Fabriken stürzen ein und Kleidung, die sich am Ende nicht verkauft hat, wird einfach verbrannt. Und die Konsumenten? Die ziehen sich mit dem Argument aus der Verantwortung, dass der Einzelne nicht viel ausrichten kann.

Stine Mikkelsen lebt und arbeitet als Designerin und Materialforscherin in Kopenhagen und will mit ihrer Kollektion zeigen, wieviel Einfluss die Konsumenten haben. Jede ihrer Leuchten ist aus dem gefertigt, was im Kleiderschrank nutzlos und ungebraucht auf den Bügeln hängt. Statt die Kleidung aber einfach in den Müll und damit aus dem Bewusstsein zu befördern, wird sie zu einem prominenten Objekt, das den Besitzer weiter durch sein Leben begleitet. Und zu einem Mahnmal: Denn in ihrer farbenfrohen, aus den ungenutzten Textilien hergestellten Leuchtenbasis zeigt sich auch unsere Unvernunft. Guilt.less soll uns daran erinnern, nur das anzuschaffen, was wir brauchen. Denn jedes Kleidungsstück wird aufwendig von vielen Menschen und mit wertvollen Ressourcen produziert – auch wenn sich das selten auf dem Preisschild zeigt. tp

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