Rethought Terrazzo

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Vom Boden in den Tisch
Terrazzo gehört mit zu den teuersten Bodenbelägen. Wer Glück hat, findet den fugenlos gegossenen Zement mit farbigem Zuschlag in den Küchen und Bädern der Jahrhundertwende- oder Gründerzeitwohnungen. Mit dem Siegeszug des Teppichbodens und des PVCs investierte kaum noch jemand in Terrazzo, der aufwändig abgeschliffen und poliert werden muss. Alberto Bellamolli studiert an der Kolding-Schule in Dänemark und hat ein ganzes Semesterprojekt ausschließlich dem Terrazzo gewidmet. Dabei geht es ihm aber weniger um ein Revival als Fußboden als um die Übertragung auf andere Bereiche. Der gebürtige Italiener stammt aus einem kleinen Dorf nördlich von Verona, das als Zentrum der Terrazzoproduktion gilt. Viele kleine und mittelständische Unternehmen dieser Gegend sind in die Produktion involviert – sie besitzen Marmorsteinbrüche, stellen Marmorpulver als Zuschlagstoff her oder vertreiben fertige Platten.

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Mit ihnen hat er neue Einsatzgebiete für Terrazzo erprobt. Er entwarf Wohnaccessoires wie Kerzenständer und Schalen sowie einen Tisch, allesamt aus Terrazzo gegossen. Die beigegebenen Marmorkiesel sind bewusst groß und kontrastierend gewählt, um  zum dekorativen Flächenelement zu werden. Damit wird das Material von klassischem Marmor klar abgegrenzt. Die Produktion erfolgte in den Betrieben seiner Heimat, denen er den neuen Zugang teilweise erst schmackhaft machen musste. „Ich kam bei den Produzenten an und sagte: Jungs, was ihr macht ist großartig, lasst uns was Neues probieren, und die Produzenten sagten: Nun ja ...“ Am Ende willigten sie in die Produktion ein – und entdeckten selbst neue Potentiale an dem ihnen so vertrauten Material. tp

 

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