S-Pot

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Heizung für die Hand
Kalt? Da hilft es, das Thermostat hochzudrehen. Oder auch bewusst mal nicht. So wünscht es sich Maddalena Selvini. Die Designerin hält die automatische Temperaturkontrolle moderner Heizsysteme für eine Verschwendung von Geld und Energie, die uns von den Vorgängen der Natur entfremdet. Ihre Kollektion ist eine Art Objekt-Paleo, die uns unseren Ursprüngen am Feuer wieder näher bringen soll. Einst haben wir uns die Hände an der Glut gewärmt, gesellig rund um die Feuerstelle gesessen und nachts einen warmen Stein mit ins Stroh genommen.

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S-Pot besteht aus verschiedenen Gefäßen, die sich passgenau ineinanderstapeln lassen. Der große Topf dient als Kochgefäß, darauf und darin können Schüsseln, Dampfgarer oder Tassen erhitzt werden. Während wir also auf den Eintopf warten, wärmen wir unseren Bauch mit einem parallel gekochten Tee und unsere Hände an der warmen Tasse. Als Material hat die Gestalterin aus Mailand mit Pietra Ollare einen besonderen Speckstein gewählt, der nach alten Methoden in Italien verarbeitet wird. Wie sein Name schon erahnen lässt, ist er durch das Talkum selbstfettend und deshalb besonders gut zum Kochen geeignet. Die über einen langen Zeitraum die Hitze speichernden Scheiben, Schalen und Tassen können im Haus verteilt werden, wo sie punktuell und nach Bedarf den Körper wärmen. tp

Maddalena Selvinis Serie ist Teil der von Ilse Crawford und Thomas Widdershoven kuratierten Ausstellung Touch Base der Design Academy Eindhoven, die vom 12. bis 16. April in Mailand gezeigt wird. Mehr Informationen hier.

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