Sea Me

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18.07.2017

Seemannsgarn und Algenpigmente
See
tang und Algen waren bisher als Rohstoff keine Big Player. Doch mit der Diskussion um Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Materialalternativen steht nach dem schnell wachsenden Bambus jetzt auch das Wassergras im Fokus. Es braucht kein Farmland, muss nicht gegossen oder gedüngt werden – ganz im Gegenteil, Tang selbst befreit das Wasser von belastenden Phosphaten. Die niederländische Gestalterin Nienke Hoogvliet hat zuletzt in ihrem Projekt Sea Me einen Teppich aus Algengarn geknüpft und jetzt in einer Fortsetzung weitere Potenziale erarbeitet. Ein Ergebnis ist ein natürlicher Farbstoff, mit dem Textilien in Nuancen von Grün über Braun bis hin zu Pink und Lila eingefärbt werden können – je nach Pflanzenart.

Um die vielfältigen Potenziale der Alge an Objekten zu zeigen, hat Nienke Hoogvliet einen Stuhl, einen Tisch und kleinen Schalen entworfen. Die Sitzfläche des Stuhls besteht aus Algengarn, das mit dem Farbstoff aus Algen eingefärbt ist. Aus den Überbleibseln dieses Hergangs wurde eine Farbe gewonnen, mit der die Oberfläche des Tisches gestrichen wurde; die Rückstände aus diesem Vorgang wurden wiederum zu Schalen verpresst. Somit hat die Designerin die eingesetzten Rohstoffe bis auf das letzte Blatt verarbeitet: „Die Reste des einen Prozesses werden im anderen Prozess verarbeitet – so ist das Projekt Zero Waste.“ tp

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