Serpentine

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Klang in Form
„Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern nichts mehr weglassen kann“ sagte einst Antoine de Saint-Exupéry. Doch auch wenn das unverrückbare „weniger ist mehr“ heute kaum noch die Gemüter erregt: Hin und wieder entstehen durch die konsequente Anwendung dieser Gestaltungsmaxime so verblüffend einfache und gutaussehende Produkte wie die Serpentine-Stereoanlage des Designstudios Osloform, welche gerade zum London Design Festival 2015 vorgestellt worden ist.

Bei ihrem Entwurf haben die fünf jungen Designer aus der norwegischen Hauptstadt das Prinzip der Reduktion bis ins letzte Detail beherzigt und betonen Ästhetik, Klangqualität und haptische Materialkontraste als gleichwertige Qualitäten dieses Produkts. Die aus mintgrünen Holzfaserplatten gefertigte Anlage wird durch einfache, CNC-gefräste Messingdetails ergänzt, wobei die rückseitig angeordneten Steuerelemente im Verborgenen bleiben und so nichts von der schlichten Gesamterscheinung ablenkt. Lediglich der 500 Gramm schwere, massive handgedrehte Lautstärkeregler sitzt als Blickfang mittig an der Front und bildet mit den warm-goldenen Boxenverkleidungen einen an Art déco erinnernden Akzent. Und ein eingebauter Vorverstärker, 4-Zoll-Breitbänder von Tangband sowie eine Endstufe von Bang & Olufsen sorgen dafür, dass das Hi-Fi-Gerät nicht nur gut aussieht sieht, sondern auch gut klingt. Somit schafft Serpentine den Spagat zwischen eleganter Schlichtheit und raffiniertem technischen Innenleben und ist damit vor allem eins: ein Möbelstück zum Hören, das sich sehen lassen kann. tk

Mehr Architektur und Design aus der britischen Hauptstadt finden Sie in unserem Themenspecial London Calling. Zum Special bitte hier klicken.

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