Streetplastic

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Foto: Sascha Henken

Um Tüten
Verglichen mit der Plastiktüte hat eine Eintagsfliege ein langes Leben. Denn gerade einmal zwanzig Minuten wird die Plastiktüte im Durchschnitt befüllt, getragen und entsorgt. Dann landet sie nicht nur in Tonnen und auf Kippen, sondern auch im Meer. Bis zu 46.000 Plastikteilchen schwimmen mittlerweile auf einem Quadratkilometer. Gegen die Tütenflut gehen einige Länder mittlerweile rigoros vor. Irland erhebt eine schmerzliche Umweltsteuer auf jeden verkauften Beutel, in Italien und Frankreich ist die Vermarktung von Plastiktüten verboten. Um die Verpackungen auch hierzulande im wortwörtlichen Sinn von der Straße zu holen, hat Stefanie Rittler eine mobile Produktionseinheit entworfen, die aus alten Tüten neue macht. Streetplastic ist eine Schmelzhütte aus Holz, die sich im Stil einer asiatischen Garküche durch die Straßen bewegt. Alte Tüten werden oben in den Trichter eingefüllt, zugeschnitten, verschmolzen, in Form gestanzt. Das Ergebnis ist ein individueller Plastiksack, und, so erklärt Stefanie Rittler: „eine paradoxe Beziehung zu dem neuen Wertobjekt“. tp

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