Uppáklædd

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Späte Berufung
Ingibjörg Ósk Þorvaldsdóttir ist Quereinsteigerin im Design. Mehr als dreißig Jahre lang unterrichtete die Isländerin Schulanfänger, nebenbei leitete sie Kurse in Werken und Textilarbeit. „Nach dem Lehrerstudium war es mein Traum an die Kunsthochschule zu gehen, doch mein Bedürfnis, Kinder und Familie zu haben war stärker“, erzählt die heute Sechzigjährige und begründet ihre Laufbahn. 2012 entschloss sie sich, ihrem Wunsch nach einem Abschluss an der Reykjavík School of Visual Arts nachzugehen. Mittlerweile zählt Ingibjörg Ósk, die am liebsten mit Ton und Porzellan arbeitet, mehrere Produkte zu ihrer Kollektion.

Darunter das Kaffee- und Teezubereitungsset Uppáklædd. Der Name bedeutet so viel wie angekleidet oder herausgeputzt. Grundkonzept der beiden Bereiter ist es, kreisförmige Bewegungen einzufangen: die der Töpferscheibe oder auch den zirkularen Strudel beim Einfüllen des heißen Wassers. Die Form der Porzellankannen beschreibt einen runden, nach oben hin konisch zusammenlaufenden Körper, der unterhalb des Ausgusses in einen von farbigen Holzperlenketten oder Schnüren ummantelten Zylinder übergeht. Zur Kaffeekanne gehört ein Filteraufsatz und zu diesem ein Unterteller. Für die Teekanne gibt es einen Filtereinsatz. Selbst wenn Uppáklædd nicht in Gebrauch ist, ist das Set ein schönes Alltagsobjekt. Übereinander gestapelt nehmen die Teile wenig Raum ein und widerspiegeln die Wurzeln der Gestalterin in der Textil- und Holzverarbeitung. mh

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