YDMI Days

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Wie schafft man den Sprung vom Designstudium zu einem selbstständigen und erfolgreichen Designer? Wie bekommt man die nötigen Kontakte zu den Herstellern? Eine Möglichkeit boten die YDMI Days in Berlin, zu denen am 25. und 26. Oktober 2007 junge Designbüros, Vertreter aus Industrie, Presse und Politik im ehemaligen Postbahnhof am Gleisdreieck in Berlin eingeladen wurden. Zusammen mit dem IDZ (Internationales Designzentrum Berlin) hat der Rat für Formgebung eine Plattform eingerichtet, die den Austausch zwischen jungen Designern und der Industrie in Zukunft stärker fördern soll.
Die Auftaktveranstaltung der YDMI Days fand in der Halle des alten Industriebaus am Gleisdreieck statt, in der die Gäste zu einem gemeinsamen Dinner an zwei weiß gedeckte Tafeln eingeladen wurden. Das gemeinsame Essen diente vor allem dem Knüpfen von Kontakten, was durch eine festgelegte Sitzordnung, die Designer abwechselnd neben Vertreter aus Industrie, Presse oder Hochschule platzierte, ermöglicht werden sollte. Leider fiel die Anzahl der Teilnehmer aus der Industrie geringer aus, als beispielsweise die der anwesenden Hochschullehrer. Vor dem Essen präsentierten einige Designer in einer Pecha Kucha je ein von ihnen entworfenes Produkt, teils als Prototypen, wie der Österreicher Marko Dessi den Udon Chair oder als Modell im kleineren Maßstab, wie der Kleinwagen Syno von Niels Smoge. Bei der Auswahl der 50 ausgewählten Gestalter wurde vor allem Wert darauf gelegt, alle Design-Disziplinen mit einzubeziehen: vertreten waren Möbel- und Industrie-, Grafik- und Interieurdesigner. Wer auf dem „Salone Satellite“ in Mailand gewesen war, traf hier auch einige Aussteller wieder: Blasius Osko und Oliver Deichmann beispielsweise, die in Italien bereits den vom niederländischen Hersteller Moooi produzierten Clip Chair präsentiert hatten, stellten in Berlin die Leuchte Abyss vor. Die bereits als aufstrebende Jungdesignerin bekannte Susanne Phillippson erhielt für Guardian of Light den mit 8000 Euro dotierten YDMI-Award, der zum ersten Mal verliehen wurde.
Young Designers Meet the Industry
Aber wie erhält man nun ein Vorstellungsgespräch bei einem potentiellen Auftraggeber? Und was gibt es dabei zu beachten? Einblicke auf die Seite „hinter dem Schreibtisch“ wurden am Freitagvormittag in verschiedenen Gesprächsrunden vermittelt. Mirko van den Winkel, erzählte von seinem Erfahrungen als Export Manager des italienischen Möbelherstellers Moroso und beschrieb deren Vorgehen beim Auswahlverfahren der Nachwuchsgestalter: Junge Designer werden vor allem auf Messen oder im Internet von den Firmen entdeckt. In Eigeninitiative ein Portfolio einzusenden, so meinte van den Winkel, bringe hingegen recht wenig. Anette Siebenbürger berichtete über die Förderungsmöglichkeiten und Preise der Quelle Innovations GmbH, in deren Stiftungsrat sie beschäftigt ist. So bietet die Stiftung jungen Designern eine finanzielle Unterstützung als Starthilfe, um Produkte bis zur Marktreife entwickeln zu können.
Veranstaltungen wie die YDMI Days in Berlin, bei denen ein Austausch zwischen dem kreativen Nachwuchs und Vertretern der Industrie angeregt wird, sind wichtige Signale für die Förderung der jungen Designszene. Aber nicht nur der Kontakt zur Wirtschaft wurde hier gefördert, auch die Designer untereinander schlossen Bekanntschaften, die im zukünftigen Berufsalltag durchaus wertvoll sein können. Denn gerade sie müssen oft interdisziplinär arbeiten und profitieren von Netzwerken.

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