le comb

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Komplexe Konstruktionen, die ehemals nur von Hand und dank des Könnens eines Fachmanns umgesetzt werden konnten, lassen sich heute mit moderner Technik in kurzer Zeit verwirklichen. Das gilt auch für Tätigkeiten wie Nähen und Stricken – während maßangefertigte Spezialprodukte früher oftmals noch von verrenteten Familienmitgliedern mit zwei Nadeln und Faden realisiert wurden, können dreidimensionale Gewebe heute einfach mit dem Computer berechnet und maschinell hergestellt werden. Dabei fallen Nähte weg, und die „Objekthülle“ kommt als ein einziges Stück passgenau aus der Strickmaschine. Vielleicht am bekanntesten ist dieses 3D-Gewebe bei Autositzen, wo es sich durch seine robuste Wabenstruktur-Oberfläche als äußerst praktisch und langlebig erweist. Auch bei Bürodrehstühlen ist Gestrick als Bezugsmaterial nicht mehr wegzudenken. Dem Designer Florian Besendörfer reichten diese Verwendungen noch nicht aus, und so hat er sich nach neuen Möglichkeiten innerhalb der eigenen vier Wänden umgeschaut. Mit „le comb“ ist eine Leuchtenserie entstanden, die die Fähigkeiten des Stoffes, das Licht zu streuen, angemessen inszeniert. Die Höhe der Leuchten reicht von 130 bis 180 Zentimeter, und die Objekte können bei Bedarf einfach ausgezogen werden – etwa, um die Farbe des Bezuges zu verändern.

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