war for talent

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Wohn-Stuben
Das Image einer Kaserne steht als Lebensraum dem Gefängnis näher als etwa dem Hotel. Stickige Räume, enge Spinde, harte Feldbetten und kleine Fensterluken. So sieht das gängige Klischee einer militärischen Stube aus. Nicht gerade eine Vorstellung, von der sich junge Menschen in Zeiten einer Freiwilligen-Armee zum Eintritt in den Militärdienst motivieren lassen. Heute konkurriert die Bundeswehr mit anderen Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt und muss ihrem Personal ebenso etwas bieten wie ein Start Up. Den Kampf um junge Talente – der War for Talents – hat die Bundeswehr jetzt in ihren Stuben eröffnet. An ihrer Seite der Gestalter Frieder Bohaumilitzky, der in einem Workshop mit Soldaten, Beratern und Zuständigen aus dem Verteidigungsministerium den Wünschen der Soldaten auf die Spur gegangen ist.

Die Kameraden erbaten mehr Privatsphäre, der Regierungsdirektor des Ministeriums ein Möbel für sein knittriges Sakko. Es entstand ein Stummer Diener, der Raumtrenner ist und durch seine schwarz-grüne Scheibe die andere Seite wie durch ein Nachtsichtgerät erscheinen lässt. Gleichzeitig ist das Grün eine Anlehnung an die erste Möbelserie der Bundeswehr, genauso wie das Buchenholz und das Orange der Abtropfschale für die Stiefel. Auf der stehen die Feldschuhe wie auf einem Präsentierteller, während sich in der leichten Wölbung Nässe und Schmutz sammeln. Von der abweisenden Oberfläche lässt sich der Dreck dann einfach abspülen. Drittes Objekt der Kollektion ist ein Daybed mit einer abwaschbaren Turnmatte, die sich für Fitness- und Yogaübungen herunter nehmen und auf dem Boden ausrollen lässt. Alle Objekte sorgen für angenehme Wohnlichkeit, stehen der militärischen Askese aber nicht im Weg. tp

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