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African Chair

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Die WM ist vorbei, Deutschland ist Dritter und Afrika ist uns in den letzten vier Wochen ein Stück näher gerückt. In unserem Afrika-Special haben wir uns verschiedenen aktuellen Architektur- und Design-Themen des „schwarzen Kontinents“ gewidmet, oft ging es um westliche Ideen für den afrikanischen Markt. Heute werfen wir einen Blick auf die Design-Einflüsse des „schwarzen“ auf den „alten“ Kontinent. Wir fangen klein an – beim Stuhl.

Der „African Chair“, darunter verstehen wir meist ein hockerartiges Modell aus zwei unterschiedlich langen, ineinander gesteckten Brettern. Ihn gibt es sowohl mit Schnitzereien verziert oder bemalt als auch mit leicht konkav geschwungener Rückenlehne oder auch ganz pur. Bereits Marcel Breuer hatte sich mit afrikanischen Kulturen beschäftigt, gemeinsam mit Gunta Stölzl entwarf er in seiner frühen Bauhaus-Zeit einen eigenen, von afrikanischen Motiven inspirierten Stuhl, den das Bauhaus Archiv im Jahr 2004 erwarb. Dieser thronartige Stuhl mit seinen farbigen Webstrukturen passt so gar nicht zur späteren Bauhaus-Maxime der rationellen Fertigung von Möbeln, spiegelt aber die experimentierfreudigen Anfänge des Bauhauses wider.

Doch auch die einfache Variante des „African Chair“, diejenige aus zwei zusammengesteckten Brettern, inspiriert heute noch westliche Gestalter. Erst kürzlich, beim Salone del Mobile 2010 in Mailand, zeigte uns Konstantin Grcic mit seinem Stuhl „Sultan“ für die „Marsotto Edizioni“ eine Interpretation dieses „African Chair“ – aus Marmor. cv
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