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Chairless

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Designer: Alejandro Aravena, Hersteller: Vitra

Wenn ein Kind einen Stuhl malen soll, wie sieht er dann aus? Klar: vier Beine, ein Brett als Sitzfläche und eine Lehne. Das ist der Archetypus, und weniger geht eigentlich nicht, wenn ein bequemes Sitzmöbel dabei herauskommen soll. Diese Annahme galt allerdings nur bis vergangene Woche – bis Vitra zum Salone del Mobile 2010 „Chairless“ vorstellte, ein Band, das das einfache Sitzen auf dem Boden ermöglicht, sogar angenehm macht. Entwickelt hat den Stuhl für die Hosentasche der chilenische Designer Alejando Aravena – die Idee stammt allerdings von den nomadisch lebenden Ayoreo-Indianern im Grenzgebiet von Bolivien und Paraguay.

Wer längere Zeit sitzen will, braucht eine Stütze, ansonsten erlahmt die Muskulatur schnell und die eingenommene Position wird mühsam. Genau da hilft „Chairless“: Es ersetzt beim Sitzen auf dem Boden die Arme, die normalerweise die Knie halten. Um den Körper geschlungen, gibt es Halt und Freiheit zugleich. Die Hände können anderweitig eingesetzt werden, etwa zum Lesen, Essen oder zum Surfen im Internet. Nicht ohne Hintergedanken dürfte Vitra „Chairless“ an seinem Messestand zusammen mit einigen iPads präsentiert haben. Denn das auf das Minimum reduzierte Sitzmöbel ist das ideale Utensil für digitale Nomaden, die ihren ganzen Hausstand stets in einer Umhängetasche mit sich umher tragen. Und in einer krisenhaften Zeit wie der unseren ist es ein wohlkalkuliertes Bekenntnis zur Einfachheit, zwischen all den aufwändig entwickelten und teuren Produktneuheiten ein kleines, smartes Ding für knapp 20 Euro zu platzieren. jj
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