70 Millionen am Ostseestrand

34

Text: Claudia Simone Hoff

Jan Henric Buettner hat sich getraut. Der Unternehmer kaufte ein Schloss mit 40 Nebengebäuden auf einem 75 Hektar großen Grundstück an der Hohwachter Bucht in Schleswig-Holstein. Mehrere Jahre Arbeit und 70 Millionen Euro kostete sein Traum: die Umwandlung des historischen Guts in ein zeitgemäßes Luxushotel. Das Weissenhaus Grand Village Resort & Spa lockt nun mit einem leger eleganten Interior, mit Suiten und Bädern im Stil der Belle Époque.

Jan Henric Büttner kannte Schloss Weissenhaus schon aus Kindertagen. Ein wenig Nostalgie war also auch dabei, als er vor zehn Jahren bei Kaffee und Erdbeerkuchen entschied, das Anwesen an der Ostsee zu kaufen. „Das war der teuerste Erdbeerkuchen meines Lebens“, erzählt der Geschäftsmann. Und meint damit sicherlich nicht nur die sieben Millionen Euro, die er für das Anwesen hinblätterte. Ganze 70 Millionen Euro nämlich waren nötig, um Schloss und Nebengebäude fachgerecht zu restaurieren und den Park neu anzulegen.

Historisches Ensemble
Rund 100 Kilometer nordöstlich von Hamburg liegt an einem drei Kilometer langen Strand das blendend weiße Schloss, das Ende des 19. Jahrhunderts nach einem Brand im neobarocken Stil wiederaufgebaut worden war. Um dieses architektonische Kleinod herum gruppieren sich vierzig Gebäude aus dem 17. Jahrhundert. Das Hotel verfügt über 62 großzügige Zimmer und Suiten – untergebracht im Schloss, in der ehemaligen Meierei, dem Gärtnerhaus, der Deichkate und der Stellmacherei.

Das Interiordesign: Klassik & Moderne
Während das auf den Umbau historischer Bauten spezialisierte Kieler Architekturbüro Edgar Schwinghammer sich um die fachgerechte Restaurierung der gesamten Gutsanlage gekümmert hat, war Markus Diedenhofen für die Innenausstattung zuständig. Im Fokus des Interiordesigns, das geschickt in das historische Ambiente eingebettet ist: elegante Möbel, hochwertige Materialien, eine zurückhaltende Farbpalette, vereinzelt eingesetzte Designklassiker. Wichtiger Bestandteil des Interiordesigns sind die teils imposanten Badezimmer. Je nach Standort sind sie zwar unterschiedlich ausgestattet, besitzen jedoch immer Eleganz. So gibt es freistehende, angenehm altmodisch wirkende Badewannen und Waschtische, viel Naturstein und als I-Tüfelchen in den Gräflichen Suiten auch private Saunen.

Baden à la Belle Époque
Eine Hommage an die Belle Époque – in der Schloss Weissenhaus errichtet wurde und eine europäische Oberschicht das Reisen für sich entdeckte – sind die Armaturen der Serie Montreux von Hansgrohe, die Phoenix Design für die Designmarke Axor gestaltet hat. Filigrane Kreuzgriffe mit Porzellaneinsätzen und bodenstehende Wannenarmaturen an freistehenden Badewannen charakterisieren die Kollektion. In Anlehnung an traditionelle Fertigungsmethoden sind die Armaturen nicht aus einem Guss geformt, sondern verbinden verschiedene Komponenten zu einer Gesamtkomposition. So sitzt der Gast in Schloss Weissenhaus in einer Marmorbadewanne und bedient die 3-Loch-Wannenrandarmaturen der Serie oder schaltet und waltet an der 3-Loch-Wandarmatur an der stilvollen Waschkommode. Ebenfalls im Hotel präsent: Sonderanfertigungen aus der Axor Manufaktur.

Brot & Honig
Und wer in den ziemlich luxuriösen Badezimmern noch nicht genug Energie getankt hat, findet Wellness auch anderswo: Durch einen unterirdischen Tunnel nämlich gelangt man in die Schlosstherme, wo sich das 1500 Quadratmeter große Spa befindet. Dort locken: Saunen, Pools, Hamam, Dampfbad, Schneegrotte, Ruhezonen. Neben der Rosenzucht kümmert sich der auf dem Gut geborene Gärtner Bernd Speth übrigens auch auch um die 51 eigenen Bienenstöcke. Und so gibt es zum Frühstück für die Gäste neben frischen Eiern vom Hühnerhof, hausgemachtem Brot und selbst gekochten Marmeladen auch hauseigenen Bienenhonig. Das Leben kann so schön sein, oben an der Ostsee.

Weitere Artikel 13 - 14 von 14 Modernes Badehaus Besser baden in Barcelona

Das Online-Magazin für Designprofessionals und Enthusiasten.