Arbeiten in Art déco

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Text: Judith Jenner
Foto: Michael Sinclair & Andrew Meredith

Elegante Schale, wohnlicher Kern: In einem Londoner Art-déco-Gebäude richtete Note Design Studio einen Coworking Space ein, der auf das Ruhebedürfnis seiner Mitglieder Rücksicht nimmt.

Mit seiner gelb gekachelten Fassade und der schweren, kunstvoll verzierten Eingangstür ist das Summit House ein Vorzeigeexemplar des Art-déco-Stils. 1925 als Firmensitz des Herrenausstatters Austin Reed gebaut, strahlt es Eleganz und Würde aus. Für Charlie Green, Co-CEO von The Office Group (TOG), ist es „vielleicht eines der schönsten Gebäude“ im Londoner Stadtteil Holborn. Das Stockholmer Büro Note Design baute es zu einem Coworking Space um, der auf die Ästhetik des Ortes Bezug nimmt und sich gleichzeitig von anderen Gemeinschaftsbüros abhebt.

Swedish Grace trifft Art déco
Bei seinem ersten Projekt für TOG in Großbritannien orientierte sich das Team von Note Design am sogenannten Swedish Grace, einer präfunktionalen Stilrichtung der Zwanzigerjahre. „Wir spürten die Verbindung zwischen Swedish Grace und dem Summit House, so dass es sich nur natürlich anfühlte, sich davon inspirieren zu lassen“, sagt der Innenarchitekt und Studiogründer Johannes Carlström. „Das Gebäude verströmt eine eigene Eleganz, die wir mit unserem Einrichtungskonzept erhalten und verstärken wollten.“ Eine weltgewandte und skulpturale Ästhetik zeichnet die Arbeitsplätze, Konferenzräume und privaten Büros auf allen vier Etagen aus. Die von Note Design für das Summit House entworfenen, schlichten Küchenbänke und Sofas sind maßgefertigt und auf die Räume abgestimmt.

Auftanken im Entspannungszimmer
Die Ästhetik der Filme von Wes Anderson standen für den architektonisch strukturierten Empfangsbereich Pate. In dem langgestreckten Raum steht ein von Note Design gestalteter Tresen aus Vogelaugenahornholz, der sich durch eine gepunktete Maserung auszeichnet. Der Boden ist mit extra angefertigten Terrazzo-Fliesen ausgestattet. Farblich orientierten sich die Innenarchitekten ebenfalls am Swedish Grace: Weiß wechselt sich mit sanften Karamelltönen ab und wird von Farbakzenten in Dunkelrot und kräftigem Grün durchbrochen. Ringförmige Leuchter vom englischen Label Lee Broom betonen die hohen Wände der Flure. In der Mitte der gemeinschaftlichen Arbeitsinsel wuchern tropische Pflanzen. Eine gestalterische Innovation ist der „Recharge Room“, ein Entspannungszimmer für die Coworking-Space-Mitglieder. Das minimalistische Design mit hellem Sisalteppich, beweglichen Möbeln und horizontaler Beleuchtung soll die Regeneration im Bürounterstützen.

Mit demUmbau des Summit House ist es Note Design gelungen, im Kontext eines historischen Gebäudes einen Coworking Space zu schaffen, der Eleganz ausstrahlt und dennoch zeitgemäß wirkt. Dabei schaffen durchdachte Designlösungen eine repräsentative und zugleich ruhige Arbeitsatmosphäre.

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