Aus Harz und Heu: Bar in Bergamo

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Text: Anne Meyer-Gatermann
Foto: Francesca Perani

Partner: Pedrali

In der Restaurant-Bar ELAV Kitchen & Beer fließt das Bier aus der Decke. Die Projektdesigner Francesca Perani und MargStudio haben die Räume futuristisch-ländlich inszeniert.

Alles Gute kommt von oben: In dieser neuen Bar ist es das Bier, das aus der Decke fließt. In Bergamos Altstadt Cittá Alta hat die ELAV-Brauerei eine Restaurant-Bar mit den Namen ELAV Kitchen & Beer eröffnet. Francesca Perani und MargStudio (Annalisa Grasselli und Matteo Rota) haben die Räume gestaltet.

Leitmotive der Brauerei und damit auch für die Gestaltung waren die Präsenz von Natur und Erde, eine ästhetische Verankerung mit dem Ort sowie eine kontinuierliche Suche und Experimentierfreude.

Stuhlfamilie Babila
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Die Projektdesigner haben aus diesen Vorgaben eine kühle, futuristische Szenerie gemacht, die von natürlichen Gestaltungselementen kontrastiert werden: Die acht Meter lange Bar ist mit einer Mischung aus Harz, Splitt und Heu verkleidet – gegen die beleuchtete Scheibe der Rückwand drücken sich die Silhouetten der Pflanzen im Innenhof. Ein Rundbogen als Raumteiler und die Kassettendecke aus Beton sorgen dafür, dass die Bar wie eine schummrige Höhle wirkt.

Herzstück der theatralischen Inszenierung ist die Zapfanlage. Sieben gebürstete Stahlrohre kommen aus der Decke und fächern sich zu Zapfsäulen auf. Durch jedes Rohr fließt eine andere Biersorte – was gestalterisch ein wenig an die Ästhetik in Fritz Langs Film Metropolis erinnert.

Tischserie Arki-Base

Für die Möblierung der Bar haben Francesca Perani architect und das MargStudio Tische und Sitzmöbel aus dem Haus Pedrali gewählt, die sich harmonisch in die Inszenierung einfügen. Stühle und Barhocker stammen aus der Babila-Serie, die der Mailänder Designer Odo Fioravanti entworfen hat. Die Tische, die den industriellen Look der Stahlrohe und Betondecke fortführen, gehören zur Produktreihe Arki-Base. Es ist eine Möblierung, die leicht und schlicht wirkt und sich mit einer matten, dunklen Oberfläche stimmig in das visuelle Konzept der Bar einfügt. Mal sehen, wann es den Ersten vom Hocker reißt. Genug Bier ist ja da.

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