Berechnung aus Leidenschaft

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Text: Polina Goldberg
Foto: José Campos

Das MIMA house der zwei portugiesischen Architekten und Designer Mário Sousa und Marta Brandão versprüht neben dem Geist unserer digital-globalen Zeit auch jede Menge Hilfsbereitschaft. Das ausgeklügelte Projekt ist nicht nur ein Haus, es ist ein strategisches Planungs- und Baukonzept für alle, die innerhalb weniger Wochen ohne großes Kopfzerbrechen ein hübsches Ferienhaus in Systembauweise bauen wollen.

Vor ein paar Jahren entwickelte das Architekten-Paar den ersten MIMA-Prototypen – ein 36 Quadratmeter großes Fertighaus. Das Konzept sieht vor, dass der Wohnraum ausgehend vom quadratischen Grundprinzip möglichst divers und unterschiedlich groß gestaltet werden kann. Um die Idee eines Fertighauses wuchsen weitere Add-ons, die das Planen und Einrichten erleichtern sollen. Die Käufer können mit Hilfe von Architektenteams von der ersten Idee bis zur Fertigstellung auf dem gesamten Weg zu ihrem Traumhaus begleitet werden. Weder das passende Landstück muss auf eigene Faust gesucht, noch der Genehmigungsprozess allein durchschritten werden. Die hilfsbereiten MIMA-Teams unterstützen, wo es nur möglich ist – schließlich lebt davon das Konzept. Mit dem MIMA-In-Service etwa kann die Innenausstattung durchgeführt werden, MIMA-Out hilft bei der bestmöglichen Platzierung des Hauses in seiner Umgebung.

Das persönliche MIMA
Die Fertigbauteile für die Häuser werden in Nordportugal hergestellt und am gewünschten Ort innerhalb weniger Wochen zusammengebaut. So wie kürzlich in der südportugiesischen Region Alentejo. Das Haus überragt mit seinen 243 Quadratmetern Fläche deutlich den Prototypen. Weiße Ecksäulen tragen das Flachdach, die Fassaden des L-förmigen Hauses sind komplett aus Glas. Der Innenraum ist in ein 1,5-mal-1,5-Meter-Raster eingeteilt, das an Boden und Decke markiert ist. Mittels vorfabrizierter Wandmodule, die es in verschiedenen Farbausführungen oder Furnierungen gibt, sind unterschiedliche Raumkonstellationen möglich. Diese Wandplatten sind so leicht, dass man sie ohne weiteres zu zweit versetzen und montieren kann. Die transparente Glasfassade lässt sich durch zusätzliche Holzpanele abdunkeln.

In diesem Fall entschieden sich die Bauherren für schlichte weiße Räume mit Eichenholzparkett. Etwa 60 Tage hat die Bauphase gedauert – das klingt gering, komplette Fertighäuser sind allerdings üblicherweise auch nach zwei Monaten fertig. Ein kleiner Pool an der Holzterrasse verleiht dem Haus zusätzlichen Luxus. Die MIMAs gibt es in so vielen Varianten, sodass sich darunter kaum Zwillinge finden werden, sagen die Architekten. In ihrer eleganten Lässigkeit gleichen sich die Ferienhäuser dann aber doch.

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