Bootskabine ohne Meerblick

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Text: Jeanette Kunsmann, Foto: Anna Positano

Eigentlich ist dieses Apartment in einem Badeort bei La Spezia in Ligurien der perfekte Prototyp für minimales Wohnen. Hier können nämlich vier Personen ganz entspannt und elegant auf 35 Quadratmetern unterkommen – immerhin mehr Platz, als in jeder Kapitänskajüte.

Je kleiner die Wohnung, desto wichtiger die Details. Und wer einmal auf 35 Quadratmeter gelebt hat, weiß, wie entscheidend Grundriss und Fenster sein können. Das italienische Studio Llabb, 2013 von den jungen Architekten Luca Scardulla und Federico Robbiano in Genua gegründet, zeigt mit seinem aktuellen Umbau, wie viel Spielraum eine Einzimmerwohnung bieten kann. Als Lösung für das Platzproblem diente den Planern die typische Architektur im Bootsausbau.

Mit der Devise „learning by making“ realisierte das Team von Luca Scardulla und Federico Robbiano innerhalb kurzer Zeit und mit einem geringen Budget die gesamte Innengestaltung. Ein halbes Jahr Planungs- und Bauzeit und 30.000 Euro hat die Riviera Cabin in der ligurischen Küstenstadt in Anspruch genommen. Das ging wahrscheinlich nur, weil die Architekten zusammen mit Beatrice Piola und Floria Bruzzone neben dem Entwurf auch den Ausbau übernommen haben: der Selbstbau als Lernmethode.

Der Kücheneinbau soll an ein Segel im Wind erinnern.

Die Grundrissstruktur ist einfach: An den offenen Wohnraum mit Küchenzeile schließt ein Wandeinbau an, hinter der sich zwei Schlafkojen, eine Ankleide und jede Menge Stauraum verbergen. Für das Baumaterial griffen die Architekten auf das klassische Bootsbausperrholz zurück. Während sich der Wandeinbau zum offenen Wohnraum mit einer hauptsächlich weißen, beziehungsweise hellblauen Oberfläche zeigt, dominiert innerhalb des begeh- und bewohnbaren Wandschranks ein helles Okoumé-Schälfurnier. Und auch die hölzerne Rippendecke erinnert an das Innere eines Schiffs. Vielleicht befindet man sich auch im Inneren einer Höhle oder im Bauch von einem Wal?

Grundriss und Pläne
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Und im oberen Schlafzimmer fühlt man sich wie im Alkoven eines Wohnmobils – oder in der Mansarde einer Fischerhütte. Das Apartment erlaubt auf diese Weise einen großzügigen flexibel nutzbaren Raum und zwei kleine Schlaf- und Stauraumverstecke mit halber Deckenhöhe. Und das ist doch eigentlich eine ganz passable, wenn nicht gar romantische Gemütlichkeit.

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