Co-Working mit Oh!-Effekt

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Text: Nina C. Müller
Foto: Walter Luttenberger

Partner: Gira

Unweit von Salzburg befindet sich ein komplett aus Holz errichtetes Haus. Die Fassade mag, aus der Entfernung vor den bewaldeten Berghängen gesehen, kaum zu überraschen. Erst aus der Nähe betrachtet, entpuppt sich das dreigeschossige Wohn- und Bürogebäude von sps-architekten als ein wahrhaft herausragendes Projekt, bei dem die Natur – funktional wie ästhetisch – das A und O ist.

„Oh“ ist ein Begriff, den man im Zusammenhang mit dem österreichischen Büro sps-architekten häufiger zu hören bekommt. Das kurze Wort ist jedoch kein Ausruf des Erstaunens, sondern der Mundartausdruck für die Fuschler Ache, einen Mittelgebirgsfluss, der hier eine idyllische Landschaft formt und schon früher eine bedeutende wirtschaftliche Funktion für seine Anrainer hatte.

Energie der Elemente
Glaubt man Architekt Simon Speigner, könnte der Fluss seine Bedeutung wiedergewinnen, und so siedelte Speigner sein Architekturbüro auf einem wassernahen Gelände an. Dort befand sich früher ein Sägewerk. Der Büroneubau sollte einen nachhaltigen und zugleich kulturellen Auftrag erfüllen, kurz: ein wahres „Kulturkraftwerk“ sein. Und tatsächlich gelang dem Planer-Team ein Plusenergiehaus, das inzwischen fast 100 Haushalte mit Strom versorgt. Die Energie wird durch eine Fotovoltaikanlage und ein Kleinwasserkraftwerk erzeugt, die dem Gebäude direkt angeschlossen sind.

Kreative Kontraste
Doch nicht nur energetisch ist die Vollholzkonstruktion ein gelungenes Experiment. Auf den drei Stockwerken mit insgesamt 1.350 Quadratmetern Fläche wurde neben den eigenen Räumen der Architekten auch die Möglichkeit für einen interdisziplinären Austausch mit anderen Büros geschaffen. Studios für Interior- und Lichtdesign, eine Eventagentur sowie zwei Wohnungen, eine Bibliothek und ein Veranstaltungsraum fanden Platz. Das Ergebnis ist ein kommunikativer Ort, an dem sich die Mitarbeiter zum gemeinschaftlichen Essen oder zum Plaudern am Kamin treffen. Ziel sei es, diesen Bereich des Gebäudes künftig auch für kulturelle Zwecke noch weiter zu öffnen, sagt Simon Speigner.

Anziehende Gegensätze
Der Aspekt der Offenheit spielte auch architektonisch eine bedeutende Rolle bei dem vollflächig mit Lärchenschindeln verkleideten Bau. Auf jeder Etage gewähren großzügige, bodentiefe Fenster uneingeschränkte Blicke auf die benachbarten Berge und Wiesen. Hinzu kommen auskragende Decken, die auch als Balkone genutzt werden. So entsteht in allen Bereichen des Gebäudes eine starke Verbindung zur Natur, die auch im Inneren fortgesetzt wird: Komplett in Holz gekleidet, schufen die Planer eine natürliche, fast ursprüngliche Atmosphäre, ohne jedoch an Extravaganz einzubüßen. Geseiftes Eichenparkett und Kunststein für die Böden sowie unbehandelte Grobspanplatten an den Wänden sorgen für einen spannenden Bruch aus rohen und edlen Materialien.

Serie E2 von Gira
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Durchdacht dezent
Für die Innenausstattung fiel die Wahl auf geradlinige Möbel und ein unaufgeregtes Lichtkonzept. So wird das Augenmerk vor allem auf die Strukturen und Oberflächen der verschiedenen Hölzer gelenkt, und es entsteht eine ruhige, harmonische Gesamtwirkung, die auch von den elektrischen Einbauten nicht gestört wird. Das klassische Schalterprogramm E2 von Gira bot sich hier besonders an. Zum einen strapazierfähig und pflegeleicht, zum anderen formreduziert und schlicht, passt es sich funktional wie ästhetisch an die besonderen Anforderungen der Lebens- und Arbeitsräume an.

Gerade dieser behutsame Umgang mit scheinbaar unscheinbaren Details macht das Plusenergiegebäude so besonders. So demonstrieren sps-architekten ihren aufmerksamen Blick für die jeweilige Umgebung – und das innen wie außen.

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