Die Kunst des Lächelns: Zahnarztpraxis in Berlin

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Text: Markus Hieke, Foto: Marcus Wend

Manchem Patienten treibt allein der Gedanke an den Zahnarzt den Schweiß auf die Stirn. Bei dieser Praxis in Berlin-Charlottenburg heißt es: Cool bleiben! Wer sich wohlbehütet fühlt, muss vor Klinge, Bohrer und Absauger keine Angst haben. Das Interior stammt von Batek Architekten und erinnert an eine Galerie. So wird jede Wurzelbehandlung so angenehm wie ein strahlendes Lächeln. 

In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Flagship Stores und Kaufhäusern der Charlottenburger Tauentzienstraße kann es sich unter der Behandlungsleuchte bequem machen, wer vom Zahnarzt mehr erwartet als rationales Zähne zählen. Holger Duwe und Patrick Batek von Batek Architekten aus Berlin haben dafür ein ganz und gar ungewöhnliches Praxisinterior erdacht, das besonders Kunst-, Design- und Architekturliebhaber begeistern dürfte. Der erste Eindruck ist überraschend, aber gewollt – man könnte sich ebenso am Eingang einer Kunstgalerie befinden. 

Wie eine Skulptur wirkt der Empfangstresen aus Aluminium gegenüber des Praxiszugangs. Eine pastellgelbe, diagonal in den Raum eingezogene Wand sowie dunkelgelb lackierte Einbauschränke und Wandverblendungen heben das Objekt zusätzlich hervor. Hinter der Wand befindet sich der Wartebereich, der einem Wohnzimmer gleicht. Die Polstermöbel Kiki, ein Tapiovaara-Klassiker von 1960 (Artek), ein Marmor-Couchtisch von Menu oder der Palette-Coffeetable von Jaime Hayon für &Tradition: Auch hier vergisst man schnell, dass einem gleich im Wortsinne auf den Zahn gefühlt wird.

Für eine bessere Akustik im sonst relativ leeren, einem White Cube ähnelnden Raum sorgen sowohl ein Sisalteppich als auch ein Highboard des schwedischen Herstellers Zilenzio. Natürlich darf Kunst in diesem Umfeld nicht fehlen. So hängen verschiedene Werke schwarz gerahmt in den Korridoren und im Wartebereich.

Grundriss

Die vier Behandlungszimmer und verschiedenen Labore und Büros wirken hell, steril und geordnet. Großzügige Fensteröffnungen schenken den Räumen viel Tageslicht. Möbliert sind sie mit weißen Arbeitszeilen aus Fenix, einem matten, haptisch weichen Nanomaterial, das in seiner Beschaffenheit Fingerabdrücken, Kratzern und Lösungsmitteln trotzt. In ihrer Stringenz strahlen die Behandlungszimmer Professionalität aus. Da dieser sachgemäßen Kühle auch eine vertraute Atmosphäre gegenüberstehen sollte, haben Holger Duwe und Patrick Batek dem Besprechungszimmer besondere Aufmerksamkeit zuteilkommen lassen. Vieraugengespräche können auf voluminösen Sesseln von Normann Copenhagen geführt werden. Couchtisch, Teppich und Leseleuchte runden das Setting ab.

Das Dumme ist: Beim Zahnarzt weiß man trotzdem vorher nie, was man bekommt. Das Gute: beim Gallery Hopping eigentlich auch nicht. Warum also nicht gleich den Besuch beim Zahnarzt wie einen netten Ausflug in stilvollem Umfeld genießen? 

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