Ferien am Fels

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Text: Judith Jenner
Foto: Giorgos Sfakianakis

Oia auf der Insel Santorin gilt als schönstes Dorf Griechenlands. Kapsimalis Architects haben an der Steilküste eine einstige Residenz in ein modernes Boutique-Hotel umgebaut, das sich optimal in die Umgebung einfügt.

Weiß getünchte Häuser, blaue Dächer und eine Steilküste zum Niederknien: Die Insel Santorin entspricht ganz dem romantischen Griechenland-Klischee. Oia im Norden, das als schönstes Dorf Griechenlands gehandelt wird, ist wegen seiner idyllischen Sonnenuntergänge und kleinen Gässchen besonders beliebt bei Touristen. An einem steilen Treppenpfad, der das Dorf mit seinem alten Hafen Ammoudi verbindet, bauten die auf dem Archipel ansässigen Architekten Alexandros und Marianna Kapsimalis ein ehemaliges Wohnhaus aus dem späten 19. Jahrhundert zu einem modernen Boutique-Hotel um. Seine Fassade war schwer beschädigt und auch mit der Statik gab es Probleme, erinnert sich Alexandros Kapsimalis. Mit Hilfe von Spritzbeton an den Innen- und Außenmauern gelang es, das Gebäude zu stabilisieren und abzudichten.

Ursprüngliches erhalten
Nach einer ausführlichen Bestandsaufnahme und Studie der morphologisch-dekorativen Elemente, zielte der Umbau vor allem darauf ab, den ursprünglichen Charakter des Hauses zu erhalten. Von außen betrachtet, schmiegt es sich geradezu an die vulkanische Felswand und unterscheidet sich dank seines braun-grauen Putzes auch farblich kaum von der Umgebung. Robuste Pflanzen wie Olivenbäume, Lavendelsträucher, Thymian und eine Palme am Eingang des Grundstückes halten dem Nordwind und den schnell wechselnden Wetterverhältnissen auf der Insel stand und sorgen zusätzlich dafür, dass das Haus in seiner Umgebung aufgeht. Lediglich kleine bauliche Veränderungen waren nötig. Die Aufteilung des Hauses musste für die Nutzung als Hotel umgestaltet werden.

Ein Pool pro Suite
Im untersten Stockwerk, wo sich einst der Wassertank und Lagerräume befanden, sind drei Hotelzimmer untergebracht, zwei weitere im ersten Stockwerk. Jedes verfügt über einen eigenen Eingang. In den Zimmern gehen Schlafraum, Sitzecke und Ankleidezone offen ineinander über und sind lediglich durch die gewölbte Dachkonstruktion voneinander abgegrenzt. Handgefertigte Möbel und teilweise in die Wand eingelassene Bauten lassen auch die Innenräume wie aus einem Guss wirken. Die Oberflächen im Bad sind aus einem traditionellen Zementputz. Jede Suite verfügt über einen privaten Pool auf der Terrasse.

Residenz mit Ausblick
Ganz anders der Charakter der beiden Zimmer: Sie sind ganz im Stil der alten Residenz gehalten mit geraden Linien, eingerichtet mit handgefertigten, tiefblauen Holzmöbeln und einem Boden aus kohlgrauen Holzplatten ganz im schlichten neoklassischen Stil. Von den privaten Terrassen aus haben die Gäste einen weiten Blick über das Meer und auf die Insel Thirasia. Für Privatsphäre sorgen Trennmauern, die aus Stahlbeton und einem lokalen Gestein gefertigt wurden.

Alexandros und Marianna Kapsimalis sind bei diesem Projekt ganz ihrem Grundsatz treu geblieben, Häuser im Stil „ihrer“ Insel zu bauen. Sie sollen nicht wie Fremdkörper in der Umgebung wirken, sondern sich dank lokalen Materialien und Arbeitstechniken in ihre Umwelt einfügen.

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