Fetisch im Käfig: Genesis in Gangnam

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Text: Jeanette Kunsmann, Foto: Silvia Sandor, Shinji Takagi, Jay Jeon und June Young Lim / © OMA

Die Jahre des Automobils und damit des Autohauses scheinen gezählt. Man erkennt das auch an dieser neuen Autohändlerarchitektur von OMA / AMO für Hyundai Genesis in Seoul. Hier werden die Limousinen zum Exponat.

„Ich liebe Korea, ich liebe Autos und ich liebe OMA.“ Der ehemalige Ministerpräsident der Niederlande, Jan Peter Balkenende, wählte direkte Worte bei der Eröffnung des neuen Genesis Showrooms in Seoul. Entworfen und gebaut wurde der zweigeschossige Neubau in Gangnam von OMA / AMO unter der Leitung des OMA-Partners Chris van Duijn und des AMO-Partners Samir Bantal, wobei die Architektur mehr über das Auto und die Marke Genesis erzählen soll als jedes Logo, Poster oder LED-Display.

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Was erzählt sie denn? Die Lichtdecke erinnert irgendwie an Zumthors Kunsthaus in Bregenz (natürlich unvergleichbar) und auch der Sichtbeton könnte aus der Museumsarchitektur stammen. „Genesis Gangnam ist um das Auto herum konstruiert und bietet einen Kontext für eine Vielzahl von Assoziationen“, sagt Chris van Duijn über den Showroom-Prototyp für die Hyundai-Marke. „Oder eben auch gar keine, um jedem Kunden sein persönliches Auto-Erlebnis zuzulassen.“

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Genesis Gangnam ist aber nicht nur Showroom, sondern auch Verkaufsraum für die Mittelklasselimousine des Autoherstellers aus der Hyundai Motor Company, ein zeitloser und flexibler Ort, der sich anders als das konventionelle Autohaus mit seinen dekorierten Schaufenstern nicht in den Stadtraum öffnet, sondern die Marke im Inneren inszeniert. Wie in einer Gemäldegalerie erschließt sich dem Kunden eine Enfilade von aufeinanderfolgenden Räumen, in denen die Limousinen präsentiert werden. Von der Straße aus ist kaum ein Auto sichtbar.

„Das Gesamtergebnis ist eine privatere, interessantere und freizügigere Umgebung für die Interaktionen zwischen Käufer, Verkäufer und Objekt“, meint Samir Bantal. Wie viel Potenzial in diesem Prototyp steckt, wird sich nun zeigen müssen. Das Auto als Objekt zu verstehen, das wie ein zeitgenössisches Kunstwerk im Museum ausgestellt wird, spricht für eine Veränderung der Zielgruppe. Oder eben dafür, dass diesem Fetisch bald nicht mehr auf der Straße, sondern hinter verschlossenen Türen gefröhnt wird.

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