Spielerische Lernlandschaften

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Text: Esther Blau
Foto: Weisswert

In der Primarschule St. Johann in Basel sind die drei Hauptkorridore zu abwechslungsreichen Lern- und Aufenthaltsorten umgestaltet worden. Entwurfsgrundlage waren die Ideen und Wünsche der Schüler*innen und der Lehrer*innen. Das ortsansässige Büro ZMIK entwickelte diese Ansätze weiter und setzte sie im historischen Schulgebäude um.

Gliederung der Schulkorridore
Der Entwurf des Basler Büros ZMIK gliedert jeden der drei übereinanderliegenden Schulkorridore in drei Zonen: Garderobe, Lernlandschaft und Bewegungsraum. Dabei sind die Korridore längs aufgeteilt. Die Seiten der Klassenzimmer übernehmen eine Art Schleusenfunktion und dienen als Erschließungsraum und Garderobe. Auf den gegenüberliegenden Fensterseiten wurden jeweils zwei Lernlandschaften untergebracht, die hinter Lamellenstrukturen verborgen sind. Im Zentrum zwischen den beiden Einbauten befindet sich eine Freifläche, die als Bewegungsraum dient.

Lernlandschaften
Die Einbauten sind als Topographie angelegt, mit verschiedenen Ebenen und unterschiedlichen räumlichen Nischen. Eine Höhle und ein Hochsitz dienen als kleine Rückzugsorte. Verschiedene Arbeitsflächen bieten sich für Einzel- oder Gruppenarbeiten an. Das Konzept des „bewegten Unterrichts“ unterstützen Rutsche, Balancierwege und Hüpfkugeln. Lounge und Alkoven dienen als Leseort oder zur Begegnung. Die Lernlandschaften umfassen viele Elemente, die in ihrer Nutzung hybrid entworfen sind. So kann der „Echsenschwanz“ von den Kindern zum Balancieren, als Schreibunterlage oder als Rückenlehne genutzt werden.

Material, Farbe, Licht
Bei der Wahl des Materials und der Farbe hatten natürliche Materialien mit einer abwechslungsreichen Haptik Vorrang. Arbeitsflächen als auch Garderobenbereich sind in Eiche ausgeführt und nehmen Bezug auf die bestehenden Bodendielen und Fensterrahmen. Die Spiellandschaften sind in verschiedenen Grüntönen gehalten und wechseln im Material zwischen Linoleum, Teppich und gepolsterten Oberflächen. Da sie nah an die Fenster gerückt sind, erhalten sie viel Tageslicht. Zusätzlich wurden Lichtquellen in die Akustikschirme innerhalb der Landschaft integriert. Insgesamt dienen die Einbauten nicht nur zum Lernen und Spielen, sondern verbessern auch die Akustik in den Schulgängen, indem sie den Schall absorbieren. Das heißt für die Pausen zwischen den Unterrichtsstunden: Lernen und Toben erlaubt.

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