Hoch herab: Ferienhaus in Andalusien

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Text: Tim Berge, Foto: Luis Díaz Díaz

Eine Ruine aus den Sechzigerjahren, ein neuer Besitzer und ein Patio bilden die Mixtur dieser gelungenen Verwandlungsgeschichte in der Nähe von Málaga. Obwohl die Architekten nur auf dem Fußabdruck des Vorgängerbaus planen durften, schafften sie es, die Wohnfläche nahezu zu verdoppeln: nach unten.

Benahavís ist in vielerlei Hinsicht ein typisch andalusisches Dorf: Weiß getünchte Häuser, schmale Gassen und niedrige Bergketten, die zum Meer hin abbrechen, prägen die postkartenreife Landschaft. Am Rande des Ortes erwarb eine Familie ein abbruchreifes Gebäude. Der Architekt Gonzalo Gutiérrez sollte es in ein Haus mit ausreichend Platz für alle Familienmitglieder, einen Gästebereich sowie eine unabhängige Wohnung umbauen. Außerdem sollte es die Möglichkeit geben, das Eigenheim bei Bedarf in zwei separate Einheiten aufteilen zu können.

Der Architekt hatte also die herausfordernde Aufgabe, mehr als doppelt so viel Fläche auf dem durch die Ruine vorgegebenen Grundriss unterzubringen. Der junge Planer lies die ruinösen Überbleibsel des Vorgängers abreißen, während der Westflügel des Hauses noch gut erhaltenen war und bestehen blieb. Um das gewünschte Raumprogramm arrangieren zu können, nutzte Gutiérrez das abfallende Gelände und fügte dem Bau ein neues Erdgeschoss hinzu, das wahrhaftig in die Erde hineingegraben werden musste. Damit es nicht wie ein Kellergeschoss wirkt, legte der Architekt ein schmales Patioband um das Volumen herum – auf diese Weise erhält das Gebäude von allen Seiten Licht und Luft. Schiebbare Glastüren unterstreichen den Effekt und ermöglichen den Bewohnern eine Vielzahl ungeahnter Perspektiven und Austritte.

Räumlicher Rhythmus
Die Offenheit ist nicht nur im Bezug zur Umgebung, sondern auch im Inneren ein Thema. Gonzalo Gutiérrez inszeniert die untere Etage als organische Raumkette, in der Küche, Wohn- und Freizeitbereich fließend ineinander übergehen. Neben den horizontalen gibt es auch vertikale Verbindungen: Das Erdgeschoss wächst im Bereich der Treppen auf zwei Geschosse an, wodurch sich der untere Wohnbereich mit den oberen Schlafzimmern verschränkt.

Pläne
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Das Obergeschoss basiert auf einem wesentlich strengeren räumlichen Rhythmus, der sich an der Fassade ablesen lässt und auch in der Dachlandschaft abdrückt und zum gestalterischen Motiv wird: Gutiérrez ordnete die geneigten Flächen versetzt zueinander an und erzeugt dadurch eine hoch und runterspringende Silhouette. Die dabei verwendeten Dachschindeln stammen zum Teil noch vom Vorgängerbau: eine kleine Geste an die Historie und ein optisches Bindeglied zum Bestand. Dennoch besticht der Neubau in Benahavís vor allem durch seine architektonische Eigenständigkeit, die den abwechslungsreichen Grundriss in eine beschwingte Gebäudestruktur überträgt.

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