Hofpoolhaus

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Text: Markus Hieke
Foto: Ricardo Santos

Werden Häuser über Generationen hinweg den veränderten Anforderungen ihrer Bewohner angepasst, bleibt ihre ursprüngliche Klarheit nicht selten auf der Strecke. Eng, verbaut und dunkel wirkte auch dieses Hauses an der Algarve – bis es von Estudio ODS in ein lichtes Domizil mit Hof, Sonnenterrasse und kleinem Pool umgebaut wurde.

Ein Stück östlich des portugiesischen Touristenzieles Faro liegt die kleine Stadt Tavira an der Mündung des Rio Gilao. Dessen seichter Strom teilt das historische Zentrum. Eine Brücke aus der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts verbindet die Hälften am Praça da República. Die Szenerie aus engen Straßen und meist alten, kleinen Häusern ist typisch für das Land. Und so reiht sich auch jener Bau hier ein, der nun von Estudio ODS rundum erneuert wurde. Die beiden jungen Architekten Bruno Oliveira und Marlene dos Santos führen ihr Studio im 40 Kilometer entfernten Loulé. Neben der Realisierung neuer Einfamilienhäuser gehört der Umbau im Bestand zu ihrem bisherigen Repertoire.


Von nun an licht und luftig
Bevor es an die Renovierung des Objektes gehen konnte, mussten Bruno Oliveira und Marlene dos Santos zunächst die älteren und jüngeren Bestandteile des zweigeschossigen Gebäudes ausfindig machen. Denn mehrfach wurden im Laufe der Zeit Elemente hinzugefügt, sodass letztlich ein langer, geschlossener Riegel entstand, der sich, ohne auch nur einen Funken der Großzügigkeit zu vermitteln, in die Häuserzeile zwischen zwei Straßen schob. „Die räumliche Tiefe des Grundstücks regte uns dazu an, einen Hof in der Mitte zu öffnen, der es natürlichem Licht und Frischluft erlaubt hineinzugelangen“, so die Architekten. Statt des vormals nach innen gekehrten Hauses richtet sich der Bau nun mehr nach außen – auch mithilfe einer neuen, über drei Level ansteigenden Terrasse.



Hof mit kühlem Betonboden
Sogar ein kleiner Pool befindet sich jetzt hier oben – dezent eingelassen zwischen den Gebäudevolumen. So muss sich vor neugierigen Blicken trotz erhöhter Lage niemand fürchten. Von außen wirkt das Haus zurückhaltend, recht schmucklos eigentlich: Statt der typischen Fliesenverkleidung strahlt es im mindestens ebenso beliebten Weiß. Auffälligstes Detail in der Fassade sind die beiden roten Eingangstüren – dem Haupteingang auf der Nordseite und die Tür zum engen Korridor auf der Südseite.

Zeitgemäß ursprünglich


Auf der Vorderseite gelangt man zunächst in einen gefliesten Eingangs- und Wohnbereich. Neue Deckenbalken geben dem Raum einen zeitgemäßen Charakter. Mittig wurde hier ein Gäste-WC untergebracht. Gegenüber der Haustür führt eine Treppe hinauf zur ersten Etage, wo sich das Bad und zwei Schlafzimmer befinden. Eine weitere Treppe aufwärts kann nun auch das Dachgeschoss bewohnt werden. Von hier aus gelangt man über die Terrasse und eine Außentreppe – wie auch ebenerdig vom Wohnbereich aus – in den Hof. An dessen Rand führt ein Gang in den flacheren und schmaleren Gebäudeteil, wo schließlich die Küche untergebracht ist.
Pläne
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Für ausladende Möbel blieb im gesamten Haus wenig Platz. Regale, Garderoben und Kleiderschränke wurden überall als Wandschrank und unter der Treppe eingebaut. Die Küche wurde unkonventionell in zwei kurze Arbeitsinseln eingeteilt. Hier wie auch in den restlichen Wohnbereichen überwiegt Weiß im Farbspektrum – selbst ein Eames Plastic Armchair neben dem hellgrauen Sofa darf da keine Ausnahme sein. Nur das blau-weiß-graue Bodenmosaik im Eingang und in der Küche setzen dem etwas entgegen. Einzig warme Töne liefern die Holzstufen der Treppe sowie die Dielen im Obergeschoss.

Mithilfe gekonnter Eingriffe ist dem Duo von Estudio ODS die Belebung eines verbauten Gebäudes gelungen. Der traditionelle Charakter blieb erhalten und wurde innen zugleich mit weitreichenden Umbauten kombiniert. Größter Gewinn ist die Nutzung der Außenbereiche Hof und Terrasse, die dem Haus wie auch den Bewohnern nun mehr Licht und Luft zum Leben geben.

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