Klingende Klostermauern

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Text: Tim Berge

Partner: Girsberger

Wenn hier nicht Musik in der Luft liegt, wo sonst? Ein ehemaliges Benediktinerkloster nahe Zürich, eingebettet in die Doppelschleife des Rheins, widmet sich seit diesem Sommer ganz der Welt der Töne. Ob Laie oder Profi: Jeder Musiker ist auf der Insel Rheinau willkommen. Mit maßgeschneiderten Massivholzmöbeln hat der Schweizer Möbelhersteller Girsberger zusammen mit den Gestaltern von Swissmade den passenden Rahmen für dieses Vorzeigeprojekt geschaffen. 

Die Stiftung Musikinsel Rheinau bietet perfekte Möglichkeiten für Orchester, Chöre und Musikgruppen jeder Größe: Neben zahlreichen Proberäumen und einem großen Musiksaal gibt es 63 Gästezimmer für bis zu 120 Musiker. Gespielt und geprobt werden kann hier bis spät in die Nacht, da die Anlage des alten Klosters so viel Weitläufigkeit bietet, dass niemand in seinem Schlaf gestört werden könnte.

Kloster und Klinik 
Auf der malerisch vom Rhein umflossenen Insel Rheinau ist eine Vision Realität geworden, die ihresgleichen sucht: Architektur, Landschaft und Musik im harmonischen Dreiklang. Die Eingriffe im Klosterbau sind minimal: Die Architekten Bembé Dellinger bewegten sich mit den baulichen Maßnahmen im Spannungsfeld zwischen Rück- und Weiterbauen. So wurde Wertvolles der einzelnen prägenden baugeschichtlichen Epochen herausgeschält und gestärkt, Einbauten zurückgebaut und Oberflächen von dicken Farbschichten befreit. Auch die jüngere Vergangenheit des Baus und seine Nutzung als psychiatrische Klinik wurden in das Gestaltungskonzept integriert: So blieben einige der Leuchten, Böden und Wandanstriche aus dieser Zeit erhalten. Auch bei anderen Traditionen blieb man der Geschichte des Klosters treu: Gegessen wird, wie zu Klosterzeiten, im Refektorium, dem Speisesaal der Mönche. 


Flexible Massivholzmöbel
Die klösterlichen Zellen sind bunt und doch schlicht gestaltet, und veränderbare Spezialmöbel ermöglichen verschiedene Raumsituationen: Swissmade, verantwortlich für die Zimmergestaltung und die Möbelentwürfe, entwickelte gemeinsam mit dem Möbelhersteller Girsberger Bett- und Regalelemente sowie einen Studiertisch samt Hocker, die sich nicht nur mit ihrer Materialität geschickt in den historischen Bestand einfügen, sondern die kleinen Klosterräume auch optimal ausnutzen. Denn je nach Raumsituation kann das Kopfteil der Betten, das gleichzeitig als Stauraum dient, um 90 Grad gedreht werden. Für die Betten, Tische und Hocker verarbeitete Girsberger rund 60 Kubikmeter massives Eschenholz, das aus dem eigenen Schnittholzlager anhand von Farbigkeit, Struktur und Qualität ausgewählt wurde: Die Maserung des Holzes an jedem Möbelstück sollte optimal zur Geltung kommen. 


Keine Verstärker
Ob Kammermusik-Ensemble, Blaskapelle oder Solist: Willkommen sind auf der Insel alle, die gerne ein Instrument spielen. Egal, ob professionell oder in der Freizeit. „Die einzige Bedingung ist, dass die Musiker keine Verstärker mitbringen“ erklären die Initiatoren des Insel-Projekts. Denn die historischen Gemäuer lassen nur eine begrenzte Lautstärke zu. In der nahen Zukunft sollen dem Hotel- und Proberaumbetrieb noch ein Museum sowie ein Restaurant folgen: Damit wird die Umnutzung des früheren Benediktinerklosters zu einem Paradebeispiel für den Umgang mit Bestand, die auch aus gestalterischer Sicht geglückt ist.

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