Konferenz als Antithese: OutOfOffice in Frankfurt

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Text: Julia Bluth, Foto: Dennis Mueller / Von M

Arbeit ist das halbe Leben – und mindestens ein Sechstel davon verbringen wir laut Studien in Besprechungen. Ob diese sich als unnötige Zeitfresser oder inspirierende Zusammenkünfte entpuppen, darüber entscheidet nicht zuletzt die räumliche Umgebung. Anregend sollte sie sein, ablenkend jedoch keinesfalls. Wie gut das geht, zeigen die Architekten Matthias Siegert, Myriam Kunz und Dennis Mueller – kurz VON M – mit ihrem Tagungsloft für OutOfOffice in Frankfurt am Main.

Anbieter temporärer Arbeits- und Meetingräume gibt es viele, bei OutOfOffice ist der Name Programm. Sein Betreiber möchte eine Alternative zum Alltagstrott bieten, eine Antithese zum langweiligen Konferenzraum schaffen. Für ihr jüngstes Projekt lauteten die Schlagworte: „offen, direkt und unkompliziert“. „Im Gegensatz zu klassischen Tagungs- und Veranstaltungsflächen sollten die Räume eine unkonventionelle Werkraum-Atmosphäre erhalten und in der Gestaltung eine einfache und industrielle Sprache sprechen“, erklären die Planer selbst.

Drei Farben Grau

Das 360 Quadratmeter große Apartment befindet sich in einem zehngeschossigen Bürobau aus den späten Sechzigerjahren in Frankfurt-Sachsenhausen, schräg gegenüber liegt das Jobcenter Süd. Die unaufgeregte Lage und die eher nichtssagende Fassade täuschen: Im obersten Stockwerk des Gebäudes erwartet die Besucher nicht nur eine spektakuläre Aussicht auf Mainhattan, sondern vor allem ein beeindruckend konsequent gestaltetes Loft. Nach ihrer vollständigen Entkernung erstrahlt die gesamte Etage monochrom in Grau: Grau lasierte Stahlbetonrippendecken, Aluminiumfenster, Brüstungsbekleidungen aus grauem Filz und eine mineralische Bodenbeschichtung bilden den zurückhaltenden, betont industriellen Rahmen für ein ungewöhnliches Interieur.

Grundriss und Schnitt

Flexibel in Sperrholz
Um den wechselnden Ansprüchen der Raumnutzungen entgegenzukommen, entwarfen die Architekten flexible Möbelsysteme aus matt lasiertem Sperrholz. „Die teilweise fahrbaren, multifunktionalen Möbelwände werden mit ihren ein- und ausklappbaren Elementen, integrierten Bildschirmen und Flächen mit magnetischem Tafellack zu interaktiven Displays für Diskussionen und Brainstormings“, beschreiben sie das veranstaltungstaugliche und dennoch wohnliche Konzept. Traditionelle Stellwände ersetzten sie durch Streifenvorhänge aus transparentem PVC, die eine flexible Zonierung ermöglichen, ohne den Räumen ihre Weitläufigkeit zu nehmen – oder den Blick auf die Banken-Skyline zu verstellen. So bildet der einfach gehaltene, ein wenig an eine Hochschule erinnernde Werkstattstil auch einen deutlichen Kontrast zu der glatten Hochglanz-Architektur der Frankfurter Innenstadt.

Oft bedeutet die Alternative zu „langweilig“ extrem verspielt und möglichst bunt. VON M haben hier erfreulich andersartige Arbeitsräume geschaffen, die für ihren unkonventionellen Charakter mit dem iF Design Award (2017) ausgezeichnet wurden.

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