Luft, Loft, Lavastein

19
Text: Julia Bluth, Foto: Tobias Colz / smartvoll

Partner: Gira

Eigentlich war sie vom Abriss bedroht. Nun ist die alte Panzerhalle auf dem Gelände der ehemaligen Struberkaserne strahlender Mittelpunkt eines neuen Areals im Westen von Salzburg. Wo einst Militärfahrzeuge gewartet wurden, sorgen heute eine Markthalle sowie verschiedene Gewerbe- und Gastronomieflächen für regen Betrieb. Das architektonische Highlight des Umbauprojektes liegt allerdings im Obergeschoss: das Loft in der Panzerhalle von smartvoll Architekten.

„Wir wollten dem Raum seinen ursprünglichen Charme wieder einhauchen“, erläutert das Wiener Architekten-Team, das als Sieger aus einem international ausgeschriebenen Wettbewerb für das Loft hervorgegangen ist. „Großzügigkeit und das räumliche Erleben der gesamten zwei Geschosse standen im Vordergrund.“

Beton und Berge
Das 350 Quadratmeter große und ganze acht Meter hohe Loft besticht auf den ersten Blick durch ungewöhnliche Offenheit und Weite. Geschwungene Galerien aus hellem Sichtbeton winden sich entlang der oberen Fensterbänder und strukturieren das minimalistische Innere. Tonangebendes Material ist geschliffener und gewachster Beton, der perfekt mit dem erhaltenen Ziegelmauerwerk harmoniert und nur durch wenige Elemente aus weiß lackiertem Stahl – zum Beispiel in Form eines vier Meter hohen und 60 Kilogramm schweren, hängenden Bücherregals – ergänzt wird. Ein massiver Betonquader bietet Raum für den ungewöhnlichen Bad- und Wellnessbereich mit Kamin, höhlenartiger Badenische und einer vollverglasten Duschkabine, die auf fünf Metern Höhe spektakulär in den Raum ragt. Direkt gegenüber liegt der Gästebereich, der durch semitransparente Profilit-Wände diskret vom offenen Wohnkonzept abgegrenzt wird. Der zweite Schlafbereich der Galerieebene verfügt zwar lediglich über schützende Vorhänge – bietet jedoch den besten Ausblick auf die Salzburger Berge.

Mit Herz...
Im Zentrum des Wohngefüges steht eine expressive Treppe, die direkt vor Ort gegossen wurde und die skulpturalen Möglichkeiten des Betons maximal ausreizt. „Über die raumgreifende Treppenskulptur erlebt man den Weg zwischen den Ebenen nicht als vertikale Funktionsverbindung, sondern als spannungsgeladenes räumliches Erlebnis“, beschreiben die Planer ihren Entwurf. Wie eine Brücke spannt sie einen Bogen vom Eingangs- zum Wohnbereich und überdacht dabei den offenen Koch- und Essbereich. Unter ihr ruht ein sieben Meter langer, massiver Küchenblock aus glänzend schwarzem Basalt, der mit seiner geradlinigen Schwere einen schönen Kontrast zu der jugendstilhaft geschwungenen Treppe bildet.

Making-of
4

…und Hirn
Für die komplexe und energieeffiziente Gebäudeautomation wurde ein KNX System installiert. Zur Steuerung des Systems wählten die Architekten – passend zu ihrem puristischen Interior-Konzept – den Gira HomeServer. Wie ein Bordcomputer verbindet er die Elektroinstallation des KNX Systems mit dem Computernetzwerk oder dem Internet. Die Bedienoberfläche, das Gira Interface, besticht durch sein minimalistisches Design und intuitive Bedienbarkeit. Auch die Türkommunikation wird über den Gira HomeServer gesteuert, Besucher und Bewohner kommunizieren über elegant reduzierte Türsprechanlagen für innen und außen.

Bei diesem Umbau haben smartvoll Architekten wirklich nichts dem Zufall überlassen und so eine Art bewohnbares Gesamtkunstwerk geschaffen. Endlich ein Loft, in dem Luxus und industrieller Charme keine Ausschlusskriterien sind.

Weitere Artikel 13 - 25 von 25 Tanzender Monolith von Marte.Marte 50 Perspektiven in Grau: <br />
Wohnen in Vilnius Drei Fenster zum Tal: Holzbau in den Dolomiten Fahrstuhl-Kunst: Erleuchtung in Linz Drei Scheiben für Düsseldorf Liebe und Licht: Erotik à la Karim Rashid Steiles Dach: Holzhaus in Niederösterreich Clara und Cobogó: Wohnhaus in Brasília Vom Winde durchweht: <br />
das Long An House in Vietnam Cafe Aalto: Silhouette in Seoul Keine Frage der Sammlung: Glenstone Museum Baldachin der Stille

Alle Neuheiten der interessantesten Hersteller und Designer auf einen Blick.