Made Yeezy

Text: Stephan Burkoff

Das Thema sozialer Wohnungsbau wird überall heiß diskutiert. Allein über die Ergebnisse möchte man nicht so gerne sprechen. Wenn es günstig sein soll, sieht es meist auch danach aus. Umso erfreulicher die Nachricht, die Kanye West (Musiker, Modedesigner und Mega-Celebrity) Anfang Mai über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitete. Als neuer Auswuchs seines Yeezy-Imperiums soll ein Architekturbüro entstehen, Yeezy Homes genannt. Für diese Unternehmung werden Architekten und Industriedesigner gesucht, die die Welt verbessern möchten. Und tatsächlich. Kurze Zeit später tauchen auch schon die ersten Renderings auf. Gemeinsam mit seinen Partnern Petra Kustrin, Jalil Peraza und Nejc Škufca stellt West bei Instagram erste Entwürfe für ein soziales Wohnungsbauprogramm vor.

Visualisierung: © Jalil Peraza

Die Behausung, hergestellt aus Betonfertigteilen und Komponenten aus expandiertem Polystyrol, changiert in den ersten Darstellungen zwischen Krematorium und Luxuswohnung. Das entspricht zwar so gar nicht unseren Vorstellungen von sozialem Wohnungsbau, stellt aber einen ernst gemeinten Beitrag zur Debatte dar.

Dass West sich für mehr als Mode und Musik interessiert, wissen wir. Nach eigenen Aussagen spricht er fast nur mit Architekten, bemängelt allerdings, in dieser Szene und in seinem Bestreben nicht ernst genommen zu werden. Manchmal muss man es eben einfach machen. Sollte es also Architekten geben, die eigentlich für bessere Musik im Radio sorgen möchten, aber denken, darin nicht ernst genommen zu werden, dann können sie sich unserer Unterstützung sicher sein. Wenn das doch nicht klappen sollte, bleibt vielleicht noch Yeezy Homes.

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