Meditativer Lückenfüller

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Text: Diana Artus
Foto: Koji Fujii

Die Entwürfe des in Tokio ansässigen Büros Takeshi Hosaka Architects sind sicher nichts für Liebhaber konventioneller Wohnumgebungen. Projekte mit ziehharmonikaförmigen Baukörpern oder von kleinen Fenstern übersäte Fassaden brechen auf überraschende Weise mit der Typologie des klassischen Einfamilienhauses. Am konsequentesten hat Takeshi Hosaka die japantypische Reduktion aufs Wesentliche jedoch bei seinem eigenen Heim umgesetzt. Gerade einmal 18,8 Quadratmeter misst die Wohnfläche seines Love2 House, das eine Lücke zwischen zwei Apartmentgebäuden füllt.



Ursprünglich wollte Hosaka zweigeschossig bauen. Doch seine Frau hatte gerade ein Buch über historische Wohnbauten aus der Edo-Zeit (1603–1863), auch Nagayas genannt, gelesen. Diese Eingeschosser waren im Schnitt zehn Quadratmeter groß und beherbergten ganze Familien. Ihr Resümee: 18 Quadratmeter sind für ein Paar doch wirklich mehr als genug. Sie überzeugte ihren Mann von dem Konzept und sollte Recht behalten. Das Resultat ist ein großzügig wirkender Wohnraum, in dem alle Funktionen, die die beiden zum Wohlfühlen brauchen, harmonisch ineinanderfließen. Selbst für einen Mini-Hof mit Badewanne war noch Platz.



Wegen der schmalen Baulücke gab es allerdings ein Problem: fehlende Sonne im Wohnraum. Hosakas Lösung besteht in einem kaminartigen Dach, das aus zwei hyperbolischen Paraboloidschalen zusammengesetzt ist. Während die Traufe als gerade Kante ausgeführt wurde, wölbt sich der obere Teil leicht nach außen. Zwei Oberlichter fangen ganzjährig Sonnenlicht ein, sodass im Innenraum aus Sichtbeton faszinierende Lichtspiele und eine fast meditative Atmosphäre entstehen. Zur Straße hin verbindet eine große Schiebetür den Wohnbereich mit dem begrünten öffentlichen Raum, den das Paar als Garten nutzt. Gerne lasse er die Tür weit offen, berichtet Hosaka, und habe auf diese Weise schon viele nette Gespräche mit Passanten geführt.

(Der Artikel erschien zuerst in den BauNetz Meldungen)

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