Mehr Stil für die schreibende Zunft

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Text: Katja Neumann

Der Besuch einer Messe beginnt für uns Journalisten mit dem Weg ins Pressezentrum. Dort erhält die aus aller Welt angereiste schreibende Zunft ihre Eintrittskarten, den Messekatalog und diverse weitere Informationen rund um die Veranstaltung. Hier gibt es Computeranschlüsse für Laptops, Lounges zum Austausch mit Kollegen und in der Regel eine kleinen Kantine für das leibliche Wohl. Wer als Journalist die Welt der Messen kennt, der kennt auch deren Pressezentren und wie überall gibt es auch hier gewaltige Unterschiede: Vom funktionalen Empfangsraum in wenig zentraler Lage bis zur High-Tech Lounge mittendrin ist alles vertreten. Die Messe Frankfurt jedenfalls dürften Journalisten ab sofort noch lieber besuchen. Denn das dortige Pressezentrum präsentiert sich nach einjähriger Sanierung durch Matteo Thun in neuem Glanz.

Mit seinen 450 Quadratmetern dient das Pressecenter der Messe Frankfurt als Anlaufstelle für Journalisten aus aller Welt. Vor allem für diejenigen Pressevertreter, die vor Ort von einer Messe berichten, sind die dortigen Schreibräume und die entsprechende technische Infrastruktur, wie beispielsweise eine unkompliziert nutzbare Internetanbindung, unerlässlich für ihre Arbeit. Das Pressezentrum soll ein Ort für das Arbeiten in ruhiger Atmosphäre und den kreativen Gedankenaustausch sein. Daher galt es bei der Umgestaltung, die verschiedenen Anforderungen, vom Eingangsbereich über die Arbeitsplätze bis hin zur Bar und den Aufenthaltsräumen, in Einklang zu bringen. Beauftragt mit der Neugestaltung des Pressecenters Frankfurt wurden der italienische Architekt und Designer Matteo Thun und das Münchner Architekturbüro g2 Groeger und Greulich.

Licht ohne Leuchte

Zunächst wurden die großzügigen Räumlichkeiten mit einem eleganten, dunklen Holzparkett ausgestattet. Viel Tageslicht fällt durch eine große Fensterfront, der nun eine vertikale, bepflanzte Wand gegenübergestellt wurde. Der Effekt: ein angenehmes Spiel von Licht und Schatten. Bei der Auswahl der Beleuchtung setzte das Team um Matteo Thun auf Lichtlösungen der Firma Zumtobel, wie im neu beleuchteten Eingansbereich: Empfangstheke und die Lobby werden optimal und ohne jegliche Blendung durch Slotlight Lichtlinien erhellt. Das Besondere an diesen Leuchten ist vor allem ihr Entwicklungsgedanke „Licht ohne Leuchte“. Umgesetzt in die Praxis bedeutet dies, dass die Leuchte lediglich in Form von Lichtlinien sichtbar wird, die an Wand und Decke oder auch als zusammen hängendes Lichtband flexibel eingesetzt werden kann. So tauchen die Journalisten schon beim Betreten des Pressecenters in eine freundlich-helle Atmosphäre bei gleichzeitig funktionaler Beleuchtung für das dort arbeitende Messe-Team.

Fachsimpeln am Kaminfeuer

Das Highlight des neu gestalteten Pressecenters ist jedoch zweifellos der neu eingelassene Kamin im Pressesaal. Mit einer Grundfläche von 8,50 x 1,50 Metern und einer imposanten Höhe von 4,20 Metern ist der Kamin rundum mit dunklen Schieferplatten verkleidet, in die, wie zufällig verteilt, Leuchtelemente eingefügt sind. Dabei handelt es sich um 335 Sconfine Cubo Leuchten. Ursprünglich von Matteo Thun für Zumtobel gestaltet, handelt es sich bei den im Presscenter eingesetzten Leuchten jedoch um Sonderanfertigungen. So ist die Anbauleuchte flächenbündig in die Schieferplatten eingelassen und mit LED-Technologie ausgestattet. Eine Einzelleuchte enthält hier eine 1,2 Watt LED-Platine, die unsichtbar im verchromten Leuchtengehäuse mit integriertem Betriebsgerät untergebracht ist. Standardmäßig mit weißer oder blauer Lichtfarbe angeboten, wurden die Sconfine Kuben für die Sonderlösung mit warmweißen Licht in drei unterschiedlichen Stufen bestückt, sodass verschiedene nuancierte Weißlichstimmungen erzeugt werden. Brennt der große Kamin, entsteht somit der Eindruck, als sei das Feuer durch Öffnungen rund herum von allen Seiten sichtbar.

Dass sich in angenehmer Atmosphäre besser arbeiten lässt, ist hinlänglich bekannt. So dürfen sich Leser und andere Medienkonsumenten vermutlich auf die eine oder andere journalistische Inspiration, die am Kaminfeuer, fernab des Messerummels, entstehen durfte, freuen.



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