Mondrian mit Kupfer: Apartment in Gent

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Text: Anne Meyer-Gatermann, Foto: Cafeine

Partner: Vola

Kupferne Elemente akzentuieren das Apartment DB Gent vor einer Grundierung in Schwarz und Weiß. Dabei ist auch die Materialwahl raffiniert: Kontraste aus Marmor, Holz und Kupfer bringen eine zarte Spannung in die Komposition, die nie angestrengt wirkt. Die Raumwirkung ist kontemplativ.

Vor diesem Hintergrund wirken die kupfernen PVD-Armaturen und Handtuchhalter wie Schmuckstücke. Das liegt auch an dem angenehm reduzierten Design des Herstellers Vola, das die Eleganz des braunschimmernden Materials hervorhebt. Manchmal blitzt das Metall nur als schlichte Fassung für eine Glühbirne auf – mit einer zurückgelehnten Selbstverständlichkeit.

Es bleibt ein Kunststück, Kupfer derart minimalistisch in Szene zu setzen. Die Gefahr ist groß, mit diesem Material in die Opulenz abzudriften. Seine edle Seite weiß Innenarchitekt Frederic Kielemoes mit seinem minimalistischen Einrichtungsstil perfekt zu inszenieren.

Eine Überraschung ist, wie apart das Metall auch großflächig wirken kann, zum Beispiel als Front eines raumhohen Schranks im Esszimmer. Der Tulip Table von Eero Saarinen mit einer weißen Marmorplatte und die mit schwarzem Leder gepolsterten Holzstühle davor bilden den passenden Kontrast. Besonders gelungen harmonieren das braune Glas der Deckenleuchte mit dem matt schimmernden Kupferton.

Die Strukturierung der Räume erinnert an die Ästhetik von Piet Mondrian. Dessen Primärfarben hat Kielemoes allerdings durch seine dezent-elegante Farbpalette ersetzt. Der Innenarchitekt wählt schwarze Einbauten, die den Raum geometrisch gliedern. Die Gewichtung aus Flächen, Farben und Materialien tariert er so aus, dass jeder Blickwinkel eine harmonische Komposition zeigt.

Der Belgier achtet bei seiner Gestaltung auf klare Kanten und eine perfekte Materialverarbeitung. Das Mobiliar ist unaufgeregt und dennoch mit Expertise ausgewählt. Stühle und Tische haben eine Vintage-Patina, sind aber in einem exzellenten Zustand – sie folgen den klaren Konturen dieser Inneneinrichtung, statt sie aufzubrechen. Obwohl das Grundprinzip dieses Interieurs Reduktion heißt, wirkt das Apartment nicht kühl. Das liegt unter anderem an dem so geschickten Einsatz von Kupfer: Das Metall ist schließlich für seine hohe Wärmeleitfähigkeit bekannt – in diesem Fall eben auch visuell.

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