Neue Räume, süße Träume

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Foto: Jérôme Galland

Partner: Ligne Roset

Der immer gleiche Caesar Salad, die billigen Hausschuhe made in China und Interior-Lösungen von der Stange, darauf hatte Ex-Accor-Manager Olivier Devys keine Lust mehr, als er sich mit seiner Hotelkette OKKO selbständig machte. Mit 4-Sterne-Häusern in verschiedenen französischen Städten will er Reisende überraschen und ihnen zu einem bezahlbaren Preis eine angenehme, persönliche Atmosphäre bieten.

Mehr Platz für Paare
Für das passende Design in den ersten acht Hotels, die seit 2009 von Cannes bis Straßburg eröffnet wurden, sorgte der französische Designer Patrick Norguet. 2016 schrieb Olivier Devys einen neuen Designwettbewerb für die zweite Generation der OKKO Hotels aus, denn Innovation ist für ihn der Schlüssel zum Erfolg. „Wir haben die Kommentare unserer Gäste gründlich ausgewertet. Uns fiel auf, dass unsere Zimmer zwar perfekt sind für Alleinreisende, nicht aber für Paare“, erklärt Solenne Devys, Produkt- und Kommunikations-Managerin bei OKKO und Tochter von Olivier Devys. So kam es nicht von ungefähr, dass sich Michael und Elise Catoir von dem Pariser Studio Catoir für den Auftrag qualifizierten. Solenne Devys: „Ihr gemeinsamer Zugang als Paar ermöglicht ihnen gleichzeitig eine weibliche und eine männliche Perspektive. Außerdem überzeugte uns, dass sie ihren funktionalen Entwurf mit Poesie und Raffinesse paarten.“

Hölzerne Rundungen
Die neuen Hotelzimmer wirken dank der Böden und der Raumteiler aus Holz besonders wohnlich. Anstatt ausschließlich auf maßgefertigte Einbauten zu setzen, wählten Michael und Elise Catoir solitäre Möbel aus, die sich leicht austauschen lassen. Über dem Bett hängt die Leuchte Audrey von Ligne Roset. Der Entwurf von Studio Catoir erinnert mit seinem ausgestellten Schirm an ein Ballerinakleid. Dazu passt die farbig gestrichene Wand in türkis oder rosa hinter dem Bett, die durch die Betondecke kontrastiert wird. Abgerundete Kanten wie beim Wandsekretär Nubo von Studio GamFratesi für Ligne Roset finden sich auch am Wandregal wieder und lassen das Hotelzimmer feminin wirken. Zugleich ist der ausklappbare Tisch eine funktionale und platzsparende Lösung für einen Arbeitsplatz auf kleinem Raum. Gerade Linien setzt der Stuhl Rocher von Ligne Roset dagegen, dessen Schale aus verstärktem Technopolymer Rückenlehne, Sitzfläche und Armlehne in einem ist und der an die Form eines Diamanten erinnert.

Im OKKO Hotel Paris Gare de L’Est, das 2019 öffnete, sind alle Zimmer nach den Plänen von Studio Catoir eingerichtet. Weitere Eröffnungen mit den Zimmern von Studio Catoir und Ligne Roset sind 2020 in Toulon und Lille und 2021 in Paris La Défence geplant.

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Morrison