Plug-In: Gewächshaus auf Rädern

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Text: Jeanette Kunsmann, Foto: Johannes Belz

Architektur to go und zum anschließen: Das Modulsystem Plug-In von Ralf Pasel und Studierenden aus Berlin und Delft feierte seine Premiere auf dem Areal der Niederländischen Botschaft in Berlin. Seine Nutzung ist variabel: Der Minipavillon kann sich in ein Pop-up-Restaurant, einen offenen Raum für Micro-Lectures oder einen Gemeinschaftspavillon für Flüchtlingsunterkünfte verwandeln.

Module erweisen sich als eine gute Möglichkeit für Architekten, schnell und präzise zu bauen, wobei durchaus besondere Räume entstehen können. Die Holzrahmenkonstruktion Plug-In erweckt mit ihrem Satteldach und der Gitterfassade auf den ersten Blick den Anschein einer Gewächshaustypologie. Dahinter verbirgt sich aber kein normales Tiny House zum Wohnen, sondern die Idee eines flexibel einsetzbaren Gemeinschaftspavillons.

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Durch seine Modulbauweise lässt sich Plug-In kompakt transportieren und einfach vor Ort aufbauen – die Idee stammt von einem internationalen Team: Architekturstudenten des Fachgebiets CODE der TU Berlin haben zusammen mit ihrem Professor Ralf Pasel, Studierenden der TU Delft und der Veldakademie aus Rotterdam im Rahmen der hochschulübergreifenden Initiative Home Not Shelter! den Pavillon gemeinsam mit Geflüchteten entworfen und gebaut. Die einzelnen Bauteile wurden im Juni anlässlich des MakeCity Festivals mit dem LKW quer durch die Hauptstadt an die Spree in die Klosterstraße transportiert.

Die erste Station hatte Plug-In vor der Botschaft des Königreichs der Niederlande, wo die 24 Quadratmeter große, modulare Miniarchitektur drei Wochen lang als experimenteller Raum für Micro-Lectures, Anlaufstelle und Treffpunkt sowie als Pop-up-Restaurant genutzt wurde. Als zweite Station nach Ablauf des MakeCity Festivals dient Plug-In einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Buch dauerhaft als Gemeinschaftspavillon. Der gedankliche Ansatz der Initiative zielt darauf ab, den oftmals prekären Wohnsituationen von Geflüchteten in Notunterkünften durch Plug-In physisch zu erweitern und ein räumliches Angebot zu schaffen, das über die reine Unterbringung hinausgeht. Das Projekt versteht sich als ein Ort der soziokulturellen Integration. Weitere geplante Standorte sind eine Flüchtlingsunterkunft in Stuttgart und ein Co-housing-Projekt in Oldenburg.

Ob Stadt oder Land: Die gebaute These von Ralf Pasel und seinen Studierenden hat sich schnell bestätigt und ist in vielen verschiedenen Kontexten anwendbar. Das einzige, was Plug-In nämlich braucht, ist ein Ankerplatz und Menschen, die es nutzen wollen. Was für eine schöne, kleine Sommergeschichte!

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