Schatz aus dem Meer

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Text: Claudia Simone Hoff

Lepa Vida – der Name verheißt Dramatik. Jedenfalls für jemanden, der sich auskennt in slowenischer Literatur. Zwar wurde das Outdoor-Spa nach einer tragischen Figur benannt, doch dramatisch ist es keineswegs. Im Gegenteil: Das inmitten der Salzfelder des Landschaftsparks Sečoveljske soline an der slowenischen Küste gelegene Spa bietet wohltuende Thalasso-Anwendungen. Und auch die Architektur tut der Seele gut: spartanisch ganz aus Holz gefertigt, ist sie eingebettet in eine beeindruckende Kulturlandschaft.

Rund dreißig Kilometer südlich der italienischen Hafenstadt Triest liegt Portorož. Der Kurort an der slowenischen Adria-Küste ist nicht nur touristisches Zentrum von Slowenien mit Hotelkomplexen, Spielkasinos und Jachthafen. Ganz in der Nähe befinden sich die Salinen von Sečovlje – ein geschützter Naturpark auf einer Fläche von 750 Hektar. Dort wird von Ende April bis Ende August Salz gewonnen. Und das dient nicht nur der Zubereitung und Verfeinerung von Speisen.

Die Salinen von Portoroz
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Thalasso: dem Meer abgerungen
Im nördlichen Teil des Naturparks kann man ab Mitte Mai in einem stillgelegten Teil der Salzfelder sogar in Salz baden und etwas für seine Gesundheit tun: Dann nämlich öffnet das Thalasso-Spa Lepa Vida seine Pforten. Die Anwendungen erfolgen mit Produkten, die vor Ort gewonnen werden: Salzschlamm und Salzlake. Die Thalasso-Therapie wird seit jeher als medizinisches Heilmittel genutzt und behandelt Krankheiten mit kaltem oder erwärmtem Meerwasser, Meeresluft, Sonne, Algen, Schlick und Sand. Darüber hinaus dienen Thalasso-Anwendungen auch der Prävention von Leiden sowie kosmetischen Zwecken. Im Outdoor-Spa Lepa Vida kann man deshalb in Meerwasser- und Salzlakebecken schwimmen, kneippen und sich bei Behandlungen mit lokalen Produkten wie Fango-Packungen oder Salz-Peelings entspannen. Massagen, Lymphdrainagen, Detox-, Entspannungs- und Anti-Cellulite-Programme ergänzen das Angebot.

Natur: Salz, überall
Das Outdoor-Spa – das über Land und vom Meer aus erreichbar ist – fasst lediglich 55 Gäste. Die geringe Größe ist Teil des Konzepts des ungewöhnlichen Spas, das im Sommer bis in die späten Abendstunden geöffnet ist. Die Betreiber setzen auf Nachhaltigkeit – bei Architektur und Produkten. Während beispielsweise die Bauten aus unbehandelten Hölzern gefertigt sind, werden die Wasserbecken durch eine Solaranlage geheizt und mithilfe eines Elektrolyse-Verfahrens ohne Chemikalien gereinigt.

Mittelpunkt der Anlage, die in eine flache Landschaft aus Salzseen und -feldern eingebettet ist, ist der große Pool, der mit Meerwasser gefüllt ist. Parallel zum rechtwinkligen Bassin angeordnet sind verschieden große Becken, die in eine Holzkonstruktion aus Stegen und Wegen eingelassen sind. Sie dienen Kneipp-Anwendungen oder dem Baden in verschieden dichter Salzlake – einem Nebenprodukt der Salzherstellung mit einem hohen Anteil an Mineralstoffen, die sich wohltuend auf Gelenke und Haut auswirken und den Kreislauf in Schwung bringen. Kleinere, ebenfalls aus Holz konstruierte Bauten mit Sattel- und Flachdächern bergen Duschen, Umkleidekabinen und Unterstände. Paravents und bequeme Ruheliegen aus Holz vervollständigen die extrem reduzierte Architektur, die durch das Baumaterial Holz trotzdem ausgesprochen warm anmutet. Outdoor-Duschen, Armaturen und Handläufe aus Edelstahl setzen einen visuellen und haptischen Materialkontrast zum Holz. Ebenso wie der Bodenbelag aus unterschiedlich großen Kieselsteinen, der das natürliche Ambiente unterstützt.

Die Architektur des Outdoor-Spas ist ausgesprochen geradlinig, ja geradezu karg. Und erweitert so das Spa nahtlos in die umgebende Natur mit ihren flachen Salzseen und -feldern – einem Biotop für Pflanzen und Tiere. So kann der Blick des Badenden ungehindert schweifen auf einen wertvollen Schatz des Meeres. Salz, soweit das Auge reicht.


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