Schwarze Scheune: Wohnhaus am See von Sigurd Larsen

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Text: Tim Berge
Foto: Sigurd Larsen

Wie eine Reihe hingeworfener Würfel, die eine zufällige Anordnung gefunden haben, liegen die Häuser auf der Lichtung eines bewaldeten Grundstücks nahe dem Lake George im US-Bundesstaat New York. Dabei ist diese Gebäude-Anhäufung alles andere als zufällig, sondern über einen Zeitraum von 200 Jahren entstanden. Ergänzt wurde sie nun von dem in Berlin lebenden dänischen Architekten Sigurd Larsen.

Wie findet man eigentlich den richtigen Architekten? Ein älteres Ehepaar aus dem Norden der USA ging bei seiner Suche nach dem passenden Planer ins Internet und entdeckte dabei zufällig das Erstlingswerk von Sigurd Larsen.

New York Calling
Die Anfrage kam für den in Berlin lebenden dänischen Architekten Sigurd Larsen wie aus heiterem Himmel: Ob er sich vorstellen könnte, ein kleines Wohnhaus in den USA zu bauen, fragte ihn eine Frau per E-mail. Sie war bei ihrer Onlinerecherche auf das Sorte Hus in Kopenhagen gestoßen, das erste von Larsen realisierte Gebäude aus dem Jahr 2013. Nach weiterem Schriftverkehr kamen die ersten Skype-Besprechungen und dann schließlich die Reise in den Bundesstaat New York, um verschiedene Entwürfe zu diskutieren. Von da an gab es eine Arbeitsteilung: Die Arbeiten vor Ort wurden von einem lokalen Bauunternehmen übernommen, die Pläne dazu kamen per E-mail aus Berlin. Für Larsen war es ein aufregender Prozess – und er war beeindruckt von den beiden Senioren, die sich die Zusammenarbeit mit einem Architekten aus einem anderen Land zutrauten.

Roter Faden
Larsen betrachtete das Ensemble aus kleinen, hölzernen Giebeldachhäusern als sich wiederholendes Motiv, das keiner klaren städtebaulichen Logik folgt. Die Anordnung der Volumen auf dem leicht ansteigenden Gelände wirkt beliebig, und die Häuser scheinen keinen Bezug aufeinander zu nehmen. An dieser Stelle setzte der Architekt mit seinem Entwurf an und platzierte sein Haus als eine Art Schlussstein, der dem Gebäudekollektiv einen roten Faden gibt, den es vorher nicht besaß. Die Positionierung auf dem Grundstück, die Ausrichtung und Anordnung der Fenster und Türen verleihen der umgebenden Häusergruppe eine übergeordnete Logik. Durch Blickverbindungen, Material- und Formbezüge macht der Neubau sie zu seinen Mitspielern.

Pläne und Zeichnungen
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Silbriges Holz
Der Bau, der über eine Terrasse mit dem bisherigen Wohnhaus der Bauherrn verbunden ist, orientiert sich in seinem Erscheinungsbild an der Scheunenarchitektur des Bestands. Die Fassade besteht genau wie die seiner Vorgänger vollständig aus geräuchertem Zedernholz: Eine Versiegelungstechnik, die in dieser Region Tradition hat und das Material vor der Witterung schützt. Die leicht glänzende, silbrige Oberfläche des Materials verändert ihr Erscheinungsbild durch Sonnenstand und Feuchtigkeit: Wie ein Chamäleon passt sich das Haus seiner Umgebung an. Durchbrochen werden die dunklen Außenwände nur durch wenige großformatige Fensteröffnungen, die Larsen als Vermittler zwischen Außen- und Innenraum benutzt.

Im Inneren verwendet der Architekt helles Birkenholz als Verkleidung der Oberflächen und kontert damit die dunkle Hülle. In der oberen Etage platziert Larsen das geräumige Schlafzimmer der Bauherrn, das über große Schiebefenster direkt an die Terrasse angeschlossen ist, die das Haus mit einem der Bestandsbauten verbindet. Eine außenliegende Treppe führt hinunter auf das abfallende Grundstück und zum Untergeschoss, das einen Arbeits- und einen Lagerraum beherbergt. Weder bei der inneren Organisation noch bei der Formgebung verliert Sigurd Larsen das große Ganze aus den Augen: Die Verbindung von Alt und Neu steht bei diesem ebenso klugen wie schönen Neubauprojekt über allem.
Film zum Projekt

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