Seekiefer und Sichtbeton. Ein Wohnkubus in Belgien

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Text: Jeanette Kunsmann, Foto: Luis Díaz Díaz

Es muss nicht immer Backstein sein. Zeitgenössische Architektur in Belgien verwendet ebenso gerne Beton. Und zwar durchaus gekonnt, wie dieses Wohnhaus im Norden von Brüssel von dem jungen Studio i.s.m.architecten zeigt. Das Interieur aus Seekiefer fängt die großen Flächen aus Sichtbeton auf.

Dieses kompakte Wohnhaus für eine Familie im belgischen Ort Grimbergen nördlich von Brüssel offenbart seine gesamte Qualität nicht gleich auf den ersten Blick. Warum es so ungewöhnlich aussieht: Die Antwerpener Architekten von dem Studio i.s.m.architecten in Kooperation mit den Planern von Bataille & ibens mussten für das TDH House mit einem Grundstück unregelmäßiger Form arbeiten. Dass dieses lange Zeit nicht verkauft wurde, lässt sich auf die Schwierigkeit der Fläche zurückführen.    

Außenansichten
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Als Basis diente dem Architektenteam für den Betonbau zwischen den belgischen Backsteinhäusern der Nachbarschaft die besondere Grundstücksform, die sie im Grundriss verkleinert und leicht versetzt haben. Äußere sowie innere Wände bestehen aus Ortbeton, um den zwei- bis drei geschossigen Neubau als ein monolithisches Volumen zu formen. Zu welchen Stellen sich der Betonkubus öffnet, hängt von Ausrichtung und Privatsphäre ab. Hinter der zur Straßenseite komplett geschlossenen Fassade befinden sich Flur und eine Gästetoilette, während die schräge Ecke im Erdgeschoss ausgespart ist und als überdachter Stellplatz für Fahrräder und Auto dient. Lediglich das oberste Geschoss öffnet sich zur Umgebung, faltet sich auf und lugt über den Beton Richtung Straße.

Innenräume
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Die Wohnbereiche in dem Solitär orientieren sich zum rückseitig gelegenen Garten. Im Erdgeschoss wurden rund um den Flur die Küche, das Esszimmer, eine Ecke für den Fernseher und ein kleines Homeoffice untergebracht, in der ersten Etage befinden sich die beiden Kinderzimmer, ein Schlafzimmer und das Badezimmer. Unter dem Schrägdach bleibt außerdem noch genügend Platz für das Gästezimmer, das auch als zusätzlicher Arbeitsraum dient.

Neben dem Wohnhausentwurf haben i.s.m.architecten auch die Gestaltung des Interieurs übernommen und zum Beispiel die eingebaute Holzküche entworfen. Helle Holzoberflächen aus Seekiefer im Inneren schaffen einen Ausgleich zur Betonfassade und sollen für die gewünschte Gemütlichkeit sorgen – was in jedem Fall gelungen ist.

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