Sommerhaus, jetzt!

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Text: Esther Blau
Foto: Nic Lehoux

In die Hamptons fährt mancher New Yorker, um sich vom stressigen Alltag der nie schlafenden Metropole zu erholen. Er sucht die Natur wie auch Abgeschiedenheit und Stille – Qualitäten, die das Wuehrer Haus in vollem Maß erfüllt. Der Bau versteckt sich auf einem leicht abfallenden Grundstück im Stony Hill Forest, einem Waldgebiet im Süden von Long Island. Jerome Engelking, ein in New York City lebender Architekt, plante es für seine österreichischen Verwandten als Sommerresidenz.

Erreichbar ist das Grundstück über einen privaten Schotterweg, der durch einen Wald zu der Lichtung führt, auf dem das von weißen Eichen, roten Zedern und Pechkiefern umgebende Gebäude steht. Jerome Engelking setzte der abgelegenen Natur eine einfache Holzkonstruktion entgegen. Der Aufbau seines Entwurfs besteht aus einem sich wiederholenden Modul, das auf einen äußeren Rahmen reduziert ist. Das verwendete Holz ist das der dicht gewachsenen Fichtenkiefer, laminiert und zu Trägern und Stützen mit Profilen gefräst. Die Fassadenpfosten sind mit den Stützen des Hauses zu einem Brettschichtholzelement verbunden.

Natur und Licht
Das Haus hat einen rechteckigen Grundriss, an dessen lange Seite eine Außenterrasse angrenzt. Es verfügt über eine Fläche von 232 Quadratmetern und ist in zwei Zonen unterteilt. Wohn- und Essbereich befinden sich auf der westlichen Seite, wo von außen bewegliche Holzläden die Sonneneinstrahlung reduzieren. Am östlichen Ende liegt eine Reihe von Schlafräumen – jeder hat einen eigenen Zugang ins Freie. Ein vertikaler Sichtschutz aus Zedernholz sorgt hier für Privatsphäre.

Schlicht konstruiert, elegant möbliert

Drei Wände des Gebäudes sind raumhoch verglast, wodurch Licht und die umgebene Natur einschließlich ihrer sich ständig ändernden Jahreszeiten das Innere bestimmen. Die Wahl der Konstruktion löst die Frage des Innenausbaus und lässt das Holz mit seinem warmen Ton und seiner natürlichen Maserung für sich sprechen. Die Schlichtheit der Architektur erzeugt einfache Innenraumaufteilungen, kombiniert mit freien Wänden, die Platz für Kunstwerke bieten – die Bewohner sind auch leidenschaftliche Sammler. Das Innere ist schlicht, jedoch erlesen möbliert – mit einer Stehleuchte von Isamu Nogushi, Stühlen von Ray und Charles Eames oder einer Bank von Charlotte Perriand.

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Auch um den Energieverbrauch des Hauses zu senken, verwendet der Architekt unauffällige Mittel, wie natürliche Belüftung, bei Kälte hilft eine Fußbodenheizung, zu hohe Sonneneinstrahlung wird an der Westseite mit Außenjalousien reguliert. Das Wuehrer Haus ist zwar als Sommerresidenz konzipiert. Es bietet den Besitzern jedoch zu jeder Jahreszeit einen Erholungsort in Zurückgezogenheit, ohne auf Komfort und Stil zu verzichten.

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