Treppenskulptur vor Traumkulisse: Ferienhaus in Mexiko

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Text: Tim Berge
Foto: Sandra Pereznieto

Das von Cadaval & Solà-Morales entworfene Ferienhaus an der mexikanischen Riviera Maya konzentriert seine ganze Magie auf das Innere – mittels einer beeindruckenden und raumbildenden Skulptur aus Stufen.

Am Rande des dicht bewaldeten Mangrovensumpfes von Puerto Morelos, 50 Kilometer südlich von Cancún und in unmittelbarer Nähe der Pazifikküste, steht das Ferienhaus als letztes in einer Reihe von Wohnbauten. Der erste Eindruck wird von einem blockhaften Gebäudekörper bestimmt, der sich auf den zweiten Blick durch zu Ornamenten zusammengefügte, kleine Löcher in der Außenwand etwas ausdifferenziert. Die Geschlossenheit der Fassade hat einen Grund: Die Architekten wollten das Innere vor der hohen Sonneneinstrahlung und dem Lärm der nahen Straße schützen.

Von zurückhaltender Natur
Zur Rückseite, und damit zum Wald und Garten hin, öffnet sich das zweigeschossige Haus vorsichtig über drei Loggien und ein aufschiebbares Fenster im Erdgeschoss. Die tiefen Rücksprünge in der Fassade bieten gleichzeitig Schutz und Intimsphäre – die Korrespondenz mit der Umgebung bleibt zurückhaltender Natur. Selbst der Pool, der vom Erdreich angehoben wurde und von einer niedrigen Umwandung eingefasst ist, scheint ein Gefühl von Sicherheit vermitteln zu wollen. Dennoch bieten sich den Bewohnern, je höher sie das Gebäude besteigen, atemberaubende und vielfältige Aussichten. Vom Dach aus kann man nicht nur den Mangrovenwald mit seinem Artenreichtum bewundern, sondern blickt auch auf das türkisgrüne Wasser des Pazifiks.

Pläne und Modell
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Architektonische Lebensader
So verschlossen das Ferienhaus von außen ist, so radikal öffnet es sich nach innen. Das alles bestimmende Element ist die direkt an den Wohnraum anschließende Treppenanlage, die sich wie ein zusätzlicher Schutzwall über die komplette Gebäudehöhe vor der Fassadenseite aufbaut. Cadaval & Solà-Morales inszenieren das Stufengebilde als architektonische Lebensader, die den Raum um sich herum definiert und aus ihm eine Art städtisches Gefüge macht: Ebenen, Menschen, Aus- und Einsichten, alles ist über die Treppe, die wie eine Straße das Haus durchläuft, verbunden. Sie bietet vielfältige Arten der Bewegung und öffnet sich stetig wandelnden Perspektiven. Eine introvertierte Ministadt und eine beeindruckende Raumskulptur mitten im Mangrovenwald.

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