Vintagency – that's fusion

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Text: Julia Bluth, Foto: Ludger Paffrath

Leben und Arbeit verbinden: Das ist oftmals heikel – und manchmal wunderschön! So wie das jüngste Projekt That´s Fusion der Berliner Interiordesigner Rosario Bona, Maj Van der Linden und Nina Bernards. Für die neue Hauptstadt-Dependance einer Frankfurter Designagentur verwandelte das umtriebige Trio von Vintagency eine ehemalige Sprachschule in ein Wohn-Arbeitsloft mit Wow-Effekt.

Vor ihrer Umstrukturierung war die Altbauwohnung in Berlin-Mitte verschachtelt und beengt. Die vielen kleinen Räume – optimal für die Arbeitsweise einer Sprachschule – hatten in punkto Atmosphäre wenig zu bieten. Zunächst ließen die Interiordesigner deshalb Durchbrüche schaffen und Schiebetüren einbauen, um für mehr Offenheit zu sorgen. Darauf folgten maßgefertigte Arbeitsplätze und flexible Einbauten. Die weiß lasierten Dielen sowie die in hellen Blau- und Grautönen gehaltenen Wände wirken hell und beruhigend.

100 Prozent Design
Das gewisse Etwas verleiht dem Projekt jedoch die minutiös ausgewählte Einrichtung, die an eine Zeitreise durch die Designgeschichte erinnert. „Vintagency steht für innovative Raumkonzepte, in denen sich Vintage und junges Design in der perfekten Mischung vereinen“, erklären die Interiordesigner ihr Motto, das sich wie ein roter Faden durch die einzelnen Wohn- und Arbeitsräume zieht. „Wir lassen Räume entstehen, in denen es etwas zu entdecken gibt, die anders sind, die begeistern.“

Bis ins letzte Detail
Erster Blickfang im neuen Bürobereich: die pyramidenförmig gehängten Arbeitsleuchten des französischen Herstellers DCW éditions. Sie krönen das maßgefertigte Schreibtischmodul der beiden Berliner Designer Mathis Burandt und Frank Skupin alias Neue Tische. Im angrenzenden Wohn- und Besprechungszimmer geht es weniger reduziert zu. Das Zentrum des Raumes bildet der gläserne Sofatisch Pedrera des dänischen Herstellers Gubi auf einem flauschigen Berberteppich von Kulchi. Für Gemütlichkeit sorgen die Vintage-Sessel von Georg Thams sowie die auffällige Sofadecke Wooden Textiles der Berliner Jungdesignerin Elisa Strozyk. Über eine Schiebetür öffnet sich der Ess- und Meetingbereich mit einem bunten Mix verschiedener Vintage-Stühle und einem reduzierten Massivholztisch des ebenfalls in Berlin ansässigen Designers Benjamin Pistorius – aufs Schönste erleuchtet von der Vintage-Leuchte Tivoli des dänischen Lichtdesigners Simon Hennigsen. Zu guter Letzt laden zwei Räume zur absoluten Entspannung ein: das kleine Gästezimmer sowie das Schlafzimmer, wo sich Alt- und Jungdesign gute Nacht sagen.

Die Mischung macht´s
Ein durchdesigntes Ambiente kann schnell steril und künstlich wirken, vor allem, wenn es sich um Arbeitsräume handelt. Rosario Bona, Maj Van der Linden und Nina Bernards haben in Mitte jedoch bewiesen, dass sie es perfekt verstehen, die richtige Mischung aus Alt und Neu zu schaffen und dabei jungen, lokalen Designern eine attraktive Plattform zu bieten. Hier möchte man arbeiten – und leben!

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