Wellness im Wald: Ark Shelter

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Text: Markus Hieke, Foto: BoysPlayNice

Back to basics. Raus aus dem Alltag, Natur erleben – darum geht es dem belgisch-polnisch-slowenischen Architekten- und Unternehmertrio Michiel De Backer, Jakub Senkowski, Martin Mikovčák mit ihrem Tiny-House-Projekt Ark Shelter.

Nature Merger heißt die neueste der seit zwei Jahren vermarkteten mobilen Architekturen, die ihren Anfang als studentisches Projekt nahmen. „In der heutigen Schnelllebigkeit erfasst uns eine endlose Schleife aus Anspannung und Deadlines, die uns stresst und belastet“, sagen die Macher von Ark Shelter. „Wir glauben, dass Menschen die Pause finden, die sie benötigen, indem sie wieder mehr Natur in ihr Leben einbeziehen.“

Vor diesem Hintergrund entstand ihr Projekt: ein einfach installierbares, mobiles Minihaus, das den Dialog mit der Natur eingehen soll – am See, am Hang mit Blick ins Tal oder auf einer Lichtung im Wald. Als Fundament dient eine Stahlrahmenkonstruktion. Auf dieser erstreckt sich ein containerförmiges Holzvolumen, das im Inneren mit dem Nötigsten ausgestattet ist. Auf Komfort verzichten soll man ausdrücklich nicht. Deshalb wird die 40 Quadratmeter große Fläche in fünf ausgeklügelte Bereiche unterteilt, die mitunter überraschen.

Viel Platz auf wenig Raum
Im Zentrum des Hauses steht eine schwarze Box, die einerseits eine Küchenzeile beinhaltet und sich so mit dem angrenzenden Wohnbereich verbindet. Anderseits ist hier das Bad mit Dusche und WC untergebracht. Im Durchgang befindet sich direkt vor einem der Fenster ein Waschbecken aus Walnussholz. Und auf der Rückseite der Funktionsbox ragt ein Edelstahlbecken in den Boden: der Jacuzzi. Direkt darüber verbirgt sich das Doppelbett, das bei Bedarf von der Decke herabgefahren kommt. Abtrennen lassen sich die einzelnen Bereiche mithilfe dezenter Schiebetüren.

Pläne
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Alle Einbauten sowie der Fußboden bestehen aus lackierter Eiche und geben zusammen mit der Wandverkleidung aus Fichtenholz den warmen Gegenpol zur schwarzen Hülle, die ebenfalls aus Fichte vertäfelt ist. Fünf Fensterflächen durchbrechen den Korpus und saugen die Landschaft praktisch ins Haus hinein – eine davon oberhalb eines kleinen Dachaufbaus, der als Meditationsfläche oder weiterer Schlafplatz genutzt werden kann – Sternenhimmel inklusive. Das Credo: Der Natur entkommt hier niemand, wohl aber den Belastungen des Alltags. Das größte der Fenster dient als Terrassentür und ist gleichzeitig der Eingang.

Ob man nur ein paar Tage oder gar mehrere Wochen in Angesicht mit Wald und Wiesen verbringen mag: Beides ist dank Versorgung mit Solarenergie und Regenwassertank möglich. Einzige Voraussetzung wäre, dass Sonne und Niederschlag sich wie an diesem Prototypen-Standort in der Region Kysuce im Norden der Slowakei in ausreichenden Mengen abwechseln. Und auch wenn das Tiny House nicht auf Rädern lagert – was schließlich dem Konzept des Zur-Ruhe-kommens widerspräche –, bleibt es doch relativ leicht transportabel. Vor allem aber hinterlässt ein Ark Shelter, Stichwort Zero Impact, bei einem Umzug keine Spuren.

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