Wer im Glashaus schläft

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Text: Anne Meyer-Gatermann

Partner: USM

Panoramablick aufs Bett: Innenarchitektin Kristina Pickford hat ein historisches Appartement in Auckland eingerichtet. Dafür wählt sie eine gewagte Glaswand und offen sichtbare Rohre mit dem modularen USM System.

Der Ausblick ist verlockend: Während Kristina Pickford auf der Tastatur tippt, sieht sie durch eine Glaswand auf ihr Bett. Auch Besucher auf dem Sofa können sehen, ob die Gastgeberin heute die Laken geordnet hat. Aber Pickford hat nichts zu verbergen: Das Appartement, das sie für sich und ihren Mann in Downtown Auckland eingerichtet hat, ist selbstverständlich bis ins Detail durchkomponiert. Kühn ist es dennoch, dass sie das Schlafzimmer vom Wohnbereich mit einer Glaswand trennt.

Die Innenarchitektin hat das Apartment in einem historischen Gebäude in Auckland entkernt, um behutsam die historische Struktur der Räume wieder zum Vorschein zu bringen. Gebaut wurde das Dilworth Building, in dem sich die Wohnung befindet, zwischen 1925 und 1927 von den Architekten William Gummer und Reginald Ford. Das Duo gehörte zu dieser Zeit zu den renommiertesten Architekten Neuseelands.

Mit der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude hat die Architekturhistorikerin Erfahrung: Nach einem verheerenden Erdbeben in Christchurch im Jahr 2011, hatte sie einige Altbauten, die dabei verwüstet worden waren, restauriert.

In ihrem Dilworth-Appartement hat sie unter anderem ein Wasserrohr als Gestaltungsmittel integriert. Aus sorgfältig ausgewählten Möbeln, Kunst- und Dekorationsobjekten hat sie ein Zuhause mit leichter Eleganz und Wärme komponiert.

Die historische Struktur der Räume akzentuiert sie mit Designklassikern. Deshalb hat sie für das Bücherregal, den Schreibtisch und Stauraum im Schlafzimmer das USM Möbelbausystem Haller gewählt. „Der Modul-Charakter harmoniert wunderbar mit der standardisierten Säulen- und Balken-Struktur des Appartements“, begründet Pickford ihre Wahl gegenüber dem Magazin Home NZ. Sie schätze das zeitlose Design, das Rationalität und Funktionalität spiegelt.

Einige Stücke hat Kristina Pickford aus ihrem vorherigen Heim mitgenommen. Unter anderem einen Hocker aus der Fan-Leg-Serie von Artek, ein Entwurf des finnischen Architekten Alvar Alto aus dem Jahr 1954. Sie gesellt ihn zu einem breiten Rohr, das sich in eine Ecke schmiegt und hängt darüber die Skulptur eines Reisenden in Rückenansicht – das ergibt ein überraschend leichtfüßiges und stimmiges Ensemble. Dieser Stil zeichnet die gesamte Einrichtung aus: von der seltenen Pflanze über die schwarze Küche bis hin zur schlichten Schreibtischleuchte.

Vorher wohnte Pickford mit ihrem Mann in einem Haus, das Architekt Sir Miles Warren Mitte des 20. Jahrhunderts entworfen hatte – ein Klassiker des Modernismus mit getrimmten Rasen in einem Vorort von Christchurch. Mit umgezogen ist auch das Gemälde eines grimmigen Poseidons, der sich in die Einrichtungs-Komposition dieser Stadt-Residenz stilsicher einfügt – wenn auch scheinbar widerwillig.

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