Best of: 90 Jahre Blanco

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Text: Claudia Simone Hoff, 18.08.2015

Blanco hat Geburtstag. Stolze 90 Jahre wird der deutsche Hersteller von hochwertigen Spülen, Küchenarmaturen und Zubehör in diesem Jahr. Wir sind auf Zeitreise gegangen und haben uns am Alphabet abgearbeitet. Mit im Gepäck: Herdwasserschiffe, Wärmflaschen, Spültische, Armaturen, Designwunder, Fassaden aus Edelstahl und jede Menge andere Überraschungen.

DAS BLANCO-ALPHABET:

A wie Armatur
Die Armaturen von Blanco gibt es in über 400 verschiedenen Ausführungen – abgestimmt auf Spüle, Küchengestaltung und individuelle Anforderungen: in Chrom, Edelstahl oder Bi-Color, mit arretierbarer Brause, versteckten Bedienknöpfen oder vollständig versenkbar. Auch interessant: Die Küchenarmatur ist die zentrale Versorgung mit Trinkwasser in einem Haushalt.

B wie Blanc(o)
Blanco wird 1925 gegründet und gehört heute zur E.G.O. Blanc und Fischer-Gruppe. Die beiden Unternehmer Heinrich Blanc (1896-1960) und Karl Fischer (1893-1985) hatten sich 1931 zusammengetan und im baden-württembergischen Oberderdingen die E.G.O. Elektrogerätebau Blanc & Fischer gegründet.

C wie Caux Round Table (CRT)
Frank Straub, Vorsitzender des Verwaltungsrats und Enkel des Firmengründers Heinrich Blanc, setzt sich im Caux Round Table für ethische und soziale Grundsätze im Wirtschaftsleben ein. Diese Grundsätze bestimmen auch die Unternehmensphilosophie von Blanco.

D wie Design
„Wir sehen uns nicht so sehr als Spülenhersteller, sondern vielmehr als Gestalter des Arbeitsplatzes als System, das verschiedene Komponenten verbindet“, fasst Chefdesignerin Brigitte Ziemann das Designkonzept von Blanco zusammen – es ist wichtiger Teil der Unternehmensstrategie.

E wie Edelstahl
Blanco gilt als Pionier in der Edelstahlfertigung, hatte man doch bereits 1952 Spülen aus rostfreiem Edelstahl auf den Markt gebracht. Seit 2005 entstehen bei Blanco unter der High-End-Marke SteelArt Spülen und Arbeitsflächen aus hochwertigem Edelstahl – vom Einzelbecken in Kleinserie bis hin zur maßgeschneiderten Gesamtlösung. Die Idee: das harmonische Zusammenspiel der einzelnen Elemente eines Spülcenters (siehe auch D wie Design und N wie Nirosta).

F wie Familie
Blanco ist bis heute in Familienhand und auch so gesehen eine typische baden-württembergische Erfolgsgeschichte (siehe auch B wie Blanco).

G wie German Design Award
Tusch! 2014 erhält die Küchenarmatur Blanco Saga den German Design Award und fünf weitere Designauszeichnungen. Überraschend ist das Bedienkonzept: Statt des üblichen Griffs verfügt die Armatur über ein neuartiges Bedienkonzept mit integrierter Steuerung in Form einer abgesetzten Manschette. Vor- und Rückwärtsbewegungen bestimmen die Wassermenge, während Rechts- und Linksdrehungen für die richtige Temperatur
sorgen (siehe auch A wie Armatur und D wie Design).

H wie Herdwasserschiff
1925 gründet Heinrich Blanc die Metallwarenfabrik Blanc & Co. und produziert kupferverzinnte Herdwasserschiffe für die regionale Herdindustrie. Ein Herdwasserschiff ist ein in den Holz- oder Kohlenherd eingelassenes und mit Wasser gefülltes Becken. Brennt das Feuer, steht automatisch heißes Wasser zur Verfügung. 1927 zieht der Betrieb von Blanc aus zwei Baracken in eine massive Fabrikhalle: Der Unternehmer hat die Gunst der Stunde genutzt und aus dem Lieferengpass bei Heißwasserbehältern für Kohlenherde ein florierendes Geschäft gemacht. Er beliefert Herdhersteller wie Neff, Gaggenau und Lämmle (siehe auch B wie Blanco).

I wie Innovation
Marktrelevante Innovationen finden bei Blanco vorwiegend im Design- und Materialbereich statt. Für Blanco steht die Spüle im Mittelpunkt der Küche, denn hier wird zubereitet, gewerkelt, geputzt und auch abgewaschen. Deshalb steht auch alles, was mit der Spüle zu tun hat, kontinuierlich auf dem Prüfstand: Materialien wie Durinox und Silgranit PuraDur werden verbessert, das ergonomische Arbeiten an der Spüle erleichtert mit Zubehör wie verschiebbaren Schneidbrettern, Sieben und Schalen, die exakt auf Maß und Design der Spüle abgestimmt sind. Praktisch sind auch Armaturen, die sich einfach wegklappen lassen – etwa zur Installation unter dem Küchenfenster (siehe auch B wie Blanco, D wie Design, M wie Material und N wie Nirosta und S wie Spüle).

J wie Jaron
Jaron heißt ein Spülbecken von Blanco. Es steht mit seiner wohlproportionierten Form, der feinen Bearbeitung des Materials Edelstahl und der Auswahl an praktischem Zubehör exemplarisch für Blanco SteelArt (siehe auch E wie Edelstahl).

K wie Küche
Die Küche ist das neue Wohnzimmer! Sie ist in das Zentrum des Hauses gerückt und wird gestalterisch und technisch in Szene gesetzt: mit Möbeln, Elektrogeräten, Spülen und Armaturen. Blanco setzt Trends im Kücheninterior – mit Produkt- und Materialinnovationen wie Durinox und Silgranit PuraDur, mit einem extrem breiten Ausstattungs- und Farbspektrum (siehe auch D wie Design und T wie Trends).

L wie LivingKitchen
Auf der Kölner Küchenmöbelmesse LivingKitchen 2015 präsentierte Blanco seine Produkte am neu gestalteten Messestand. Schwerpunkt des Messeauftritts: Spülen aus Silgranit PuraDur, einem extrem widerstandsfähigen und pflegeleichten Material, das in vielen Trendfarben angeboten wird und nochmals verbessert wurde. Verfeinert hat Blanco zudem die Materialinnovation Durinox, deren Edelstahl-Oberfläche jetzt noch glatter und samtiger ist (siehe auch M wie Material und T wie Trends).

M wie Material
Edelstahl, Silgranit, Keramik – das sind die drei Materialien, aus denen die Spülbecken von Blanco gefertigt sind. Das Unternehmen arbeitet an der kontinuierlichen Erforschung und Weiterentwicklung der Materialien (siehe auch E wie Edelstahl, I wie Innovation und N wie Nirosta).

N wie Nirosta
Sternstunde: Blanco setzt früh auf das Thema Edelstahl und produziert seit 1952 zunächst überwiegend Spülen aus dem Material. Vorteile von Nirosta (Chromnickelstahl 18/ 8): Es ist rostfrei, säurebeständig, hart, hygienisch. Das Material mischt den Markt auf: Bereits rund 4.000 Haushaltspülen aus Nirosta verlassen 1954 die Fertigungshallen (siehe auch E wie Edelstahl und M wie Materialien).

O wie Oberderdingen
Oberderdingen ist der Firmensitz von Blanco. Die Gemeinde liegt 35 Kilometer nordöstlich von Karlsruhe in Baden-Württemberg. 1961 bezieht das Unternehmen ein neues Verwaltungsgebäude, das mit einer coolen Fassadenverkleidung aus Edelstahl versehen ist (siehe auch E wie Edelstahl, N wie Nirosta und Foto 1).

P wie Produkt
Blanco produziert Systemlösungen für die Haushaltsküche in drei wesentlichen Produktgruppen: Haushaltsspülen in Edelstahl, Silgranit und Keramik. Das Portfolio umfasst auch Zubehör, Küchenarmaturen sowie Abfall- und Organisationssysteme.

Q wie Qualität
Blanco hat hohe Ansprüche an Material- und Verarbeitungsqualität. So hat nicht nur jeder Herstellungsschritt einer Spüle, die das Werk verlässt, eine aufwändige Qualitätskontrolle hinter sich. Bei den Küchenarmaturen wird insbesondere auf die Materialqualität der Teile geachtet, die mit Wasser in Berührung kommen. So bestehen beispielsweise die Kartuschen aus Keramik oder aber sind die Farben der Bi-Color-Armaturen exakt auf die Spülen aus durchgefärbtem Verbundwerkstoff abgestimmt.

R wie Ressource
Produkte von Blanco sind nachhaltig und zwar deshalb, weil sie langlebig sind – in Design, Materialität und Verarbeitung. Aber auch ganz direkt spart Blanco Ressourcen: Auf dem Dach des Logistikzentrums in Bruchsal nämlich sorgt eine großflächige Photovoltaik-Anlage seit 2012 für eine umwelt- und ressourcenschonende Stromerzeugung.

S wie Spüle
Blanco hat sich vor allem als Hersteller von hochwertigen Spülen einen Namen gemacht und ist zum größten Spülenhersteller Deutschlands avanciert. 2014 wurde im Silgranit-Werk in Sinsheim die 50-millionste Spüle gefertigt.

Übrigens: Eine Spüle ist nicht einfach nur eine Spüle. Sie steht im Zentrum der Küche. An der Spüle nämlich wird immerhin 60 Prozent der Küchenarbeit verrichtet – das sind durchschnittlich 75 Arbeitsvorgänge täglich. Hier fließt Wasser, wird Gemüse geschnitten, werden heiße Töpfe abgestellt (siehe auch D wie Design, E wie Edelstahl, M wie Materialien, N wie Nirosta, V wie Verbundwerkstoff).

T wie Trend
Blanco ist Trendsetter der Küchenbranche – gestalterisch und technisch. Bereits 1952 verlegt sich das Unternehmen auf die Herstellung von Spülen und Spülabdeckungen aus Edelstahl. In den frühen Achtzigern indes wird die Spüle zum multifunktionalen Spülzentrum. Jetzt setzt Blanco auf gesoftetes Design und Spülen aus dem Verbundwerkstoff Silacron. Nirosta, das AXen-Konzept, Silgranit PuraDur, Durinox, SteelArt – sind nur einige der Meilensteine in der Produktentwicklung (siehe auch D wie Design, N wie Nirosta und M wie Material).

U wie Unternehmen
Zweigleisig: Seit 2007 agiert das Unternehmen in zwei eigenständigen Gesellschaften: Blanco GmbH + Co KG ist zuständig für den Bereich Küchentechnik, Blanco Professional GmbH + Co KG für Customized Solutions in den Bereichen Catering-Systeme und Industrial Components.

V wie Verbundwerkstoff
Blanco hat als weltweit erstes Unternehmen 1981 farbige Spülen aus Verbundwerkstoff auf den Markt gebracht und seither kontinuierlich weiterentwickelt (siehe auch M wie Materialien).

W wie Wirtschaftswunder
Italien-Urlaub, VW-Käfer, Einbauküche: Deutschland wird in den sechziger Jahren vom Wirtschaftswunder überrollt. Fischer und Blanc bauen ihre Unternehmen in dieser Zeit zu weltweit tätigen Unternehmen aus.

X wie X-Chromosom
Früher stand meist die Frau an der Spüle – wie auch die schön gestalteten und heute oft amüsant wirkenden Werbemotive von Blanco aus den Fünfzigern und Sechzigern zeigen. Von der Herd-Prämie wollen wir aber nichts mehr wissen und schicken stattdessen die Männer vor!

Y wie Y-Chromosom
Nun drängen die Männer an Herd und Spüle und wollen mitreden bei der Küchengestaltung. Bei ihnen darf es ruhig ein wenig technisch sein und deshalb wird „aufgerüstet“ in der Küche: mit vernetzbaren Kühlschränken und Herden beispielsweise. Oder mit einer coolen Edelstahl-Installation von Blanco SteelArt.

Z wie Zahlen
Zahlen & Fakten: Blanco ist mit einer Jahresproduktion von 1,5 Millionen Spülen der größte deutsche Spülenhersteller. Das Unternehmen verfügt über vier Standorte in Deutschland sowie über Produktionsstätten in Kanada und der Türkei. Weltweit arbeiten rund 1.350 Mitarbeiter für Blanco. 2014 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 312 Millionen Euro.

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